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Gastkolumne
Schwellenländer – der Wachstumsmotor der Welt

Investitionen in Schwellenländer wie Brasilien (Bild) sind immer ein Risiko.   Lima Pix/Flickr

80 Prozent der Menschen weltweit lebt in Schwellenländern. Auch wegen ihrer teilweise sehr jungen Bevölkerung sind diese Staaten der globale Wachstumsmotor.

Von Sven Württemberger
am 26.05.2016

Die Wirtschaft in Schwellenländern wie Indien und China verzeichnete in den vergangenen drei Jahrzehnten einen enormen Aufschwung. Banken und Unternehmen dort werden in der Regel zunehmend auf wirtschaftsfördernde Art und Weise regiert. Dennoch hat jedes Land seine eigene Geschichte, und damit ist Schwellenland nicht gleich Schwellenland. Die Szenarien sind teilweise komplex.

Beispielsweise weist die Bevölkerung Chinas ein Durchschnittsalter von 36,8 Jahren auf und mit beinahe 50 Prozent eine der höchsten Sparquoten. In Russland hingegen liegt das Medianalter mit 39,1 Jahren höher. Russlands höherer Altenquotient und der somit geringere Anteil der Erwerbsbevölkerung führt zu einer Sparquote von nur 13,2 Prozent. Diese liegt weit unter denjenigen von China und Indien (Quelle für alle Daten: Nationale Statistikämter des Internationalen Währungsfonds, 2015).

Motor für den globalen Konsum

80 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Schwellenländern, weshalb diese einen Motor für den globalen Konsum bilden. Und anders als in den entwickelten Ländern mit ihrer zunehmenden Alterung und mit sinkender Geburtenrate weisen die meisten Schwellenländer junge demografische Profile auf – mit einem hohen Bevölkerungsanteil im produktivsten Alter zwischen 25 und 59 Jahren.

Es ist schwierig vorherzusagen, wie sich dies auf Investitionen für und gegen diese Länder auswirken wird. Investitionen in Schwellenländer sind immer ein Risiko, auch in den besten Zeiten. Investoren sind in der Regel stärker von politischen Unwägbarkeiten betroffen. Zudem werden die Investitionen häufig in verschiedenen Währungen getätigt – mit einem gewissen Risiko.

ETF auf Schwellenländer-Staatsanleihen

Damit von den Renditechancen in Schwellenländern profitiert werden kann, gibt es die Möglichkeit von Investitionen via ETF. Beispielsweise über den ETF auf den J.P. Morgan EMBI Global Core Index, der die Wertentwicklung von US-Dollar-Staatsanleihen und Quasi-Staatsanleihen von insgesamt 30 Schwellenländern abbildet. Darunter befinden sich nicht nur grosse Staaten wie Mexiko, Brasilien, Russland und Indien, sondern auch Serbien, Uruguay und Litauen. Bei sogenannten Quasi-Staatsanleihen handelt es sich um Obligationen börsennotierter Privatgesellschaften, an denen der jeweilige Staat  mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist.

Die Anleihen des J.P. Morgan Index haben eine Restlaufzeit von mindestens zwei Jahren und ein ausstehendes Volumen von mindestens einer Milliarde Dollar. Die durchschnittliche Rendite der Anleihen beträgt über 6,5 Prozent, wobei mehr als zwei Drittel der im Index enthaltenen Titel als Investment-Grade-Kredite eingestuft sind.

Sven Württemberger, Leiter iShares Deutschschweiz

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