Santhera: +34,3 Prozent in diesem Jahr. Villars: +22,1 Prozent Gewinn in 2017 und Addex: +18,2 Prozent in nur vier Wochen. Und mit Bachem, Cassiopeia, Tornos und VAT Group folgen dicht auf dicht gleich vier weitere Titel aus dem SPI, die seit Jahresstart 15 Prozent und mehr im Plus liegen. Betrachtet man den gesamten Index, zeigt sich auch dort ein freundliches Gesamtbild. 144 der 205 SPI-Mitglieder liegen in diesem Jahr schon im Gewinn. Nur 61 haben rote Kursvorzeichen. Insgesamt bringt der breite Schweizer Aktienmarkt damit in 2017 schon ein Plus von 2,7 Prozent.  

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Wie wird es weiter gehen? In den letzten fünf Jahren mit nennenswerten Kursgewinnen gleich in den ersten Wochen – in 2012, 2013 und 2014 – kam es in diesen drei Jahren auch danach zu weiteren Kurssteigerungen bis zum Jahresschluss. 

Kurstreiber: Die gute Konjunktur…

Rückenwind könnte die Börse seitens der Konjunktur bekommen. Denn nach einem geschätzten Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 1,5 Prozent im vergangenen Jahr rechnet das  Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für dieses Jahr mit einer Beschleunigung des Wachstumstempos auf 1,8 Prozent. In 2018 soll die heimische Wirtschaft sogar um 1,9 Prozent wachsen. 

Börsianer denken da an die beiden Jahre 2013 und 2014. Damals legte die Schweizer Wirtschaft mit einem Plus von jeweils rund zwei Prozent ähnlich schnell zu und Aktien gingen steil nach oben. 2013 klettere der SPI um rund 25 Prozent und 2014 kam es zu Steigerungen von etwa 15 Prozent. Nach der Wachstumsschwäche in 2015 mit einem kleinen Plus von 0,8 Prozent und der nur moderaten Beschleunigung im vergangenen Jahr könnte der SPI in 2017 damit die 2015er-Hochs ganz schnell wieder erreichen.

… und überraschend starke Unternehmenszahlen

Viele Firmen sind zuversichtlich. Der Top-Performer im Index im laufenden Jahr – Santhera Pharma – präsentierte gestern gute vorläufige 2016er-Jahreszahlen und einen positiven Ausblick. Das Spezialitätenpharmaunternehmen vervierfachte den Umsatz im vergangenen Jahr auf 19,0 Millionen Franken und hat noch dazu eine ganze Reihe an wichtigen Projekten in der Pipeline. 

Der Medizinexperte aus Liestal wartet bei einigen Produkten auf die Marktzulassung oder wichtige Ergebnisse zu Studien. Da ist in den nächsten Monaten mit einer Reihe von News zu rechnen. Nachdem die Aktie jetzt aus dem Abwärtstrend nach oben ausgebrochen ist, könnte der Kurs  zumindest bis zur Generalversammlung am 4. April weiter klettern.

Addex: Gute Studien lösen Kursschub aus

Wie positive Studienergebnisse bei Pharmaunternehmen wirken können, zeigt sich an der Aktie von Addex – einem weiteren Top-Performer im SPI in diesem Jahr. Anfang Januar berichtete der Biotechspezialist über gute Erfolge eines Produkts in präklinischen Untersuchungen. Die Aktie schoss darauf hin ganz schnell 30 Prozent nach oben. 

Addex ist aber genauso wie das Immobilienunternehmen Villars – die Performance-Nr. 2 aus dem SPI in diesem Jahr – ein kleiner Laden und deshalb eher ein Exot für Micro-Cap-Anleger. 

Bachem: 125 Franken im Visier

Viel interessanter ist mit Bachem ein weiterer Springer in 2017. Das Unternehmen kommt ebenfalls aus dem Pharmasegment und hatte im August zum Halbjahr einen Umsatzanstieg um 13,9 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 113,4 Millionen Franken gemeldet. Da das Management wegen hoher Nachfrage und guter Auftragslage ein sehr gutes Geschäftsjahr erwartet hatte, bleibt die Spannung zumindest bis zur Vorlage der Jahreszahlen am 17. März erhalten. 

Nachdem die Aktie vor wenigen Tagen die Marke von 100 Franken überspringen und auch das Hoch aus 2007 erreichen konnte, macht sich der Titel jetzt vielleicht auf in Richtung der Kurstände aus 2001. 125 Franken ist das nächste Ziel.

VAT Group: Ungebremste Nachfrage zum Jahresschluss…

Unerwartet starke Zahlen hat Mitte Januar auch VAT Group präsentiert. Nach vorläufigen Ergebnissen steigerte der Spezialist für Vakuumventile den Umsatz im vergangenen Jahr um rund 24 Prozent auf 508 Millionen Franken. Das war weit mehr, als die etwa 450 Millionen Franken, die  Anleger beim Börsengang des Unternehmens im vergangenen April erwartet hatten.

Ursache für den Schub war insbesondere die hohe Nachfrage der VAT-Kunden aus der Halbleiterindustrie und den Displaymärkten im November und Dezember. Während sich die Aktivitäten saisonal bedingt gegen Jahresende normalerweise verlangsamen, hielten die Kunden ihre Produktion in diesem Jahr aufrecht. Das sorgte bei VAT entsprechend für schöne Zahlen.

… und warum Anleger auf einen starken Ausblick setzen

Den Zielmärkten von VAT – unter anderem Solar und Display – wird mittelfristig hohes Wachstum von rund fünf bis sieben Prozent im Jahr vorausgesagt. Deshalb kann der Konzern aus Haag möglicherweise mit Vorlage der konkreten Jahreszahlen am 31. März auch einen starken Ausblick für 2017 präsentieren. 

Zwar hat sich der Kurs seit dem Börsengang vor acht Monaten schon verdoppelt. Doch die Aktie ist angesichts des hohen Wachstums mit einem geschätzten KGV im 20er-Bereich noch moderat bewertet und vor allem: Die 100-Franken-Kursmarke ist fast erreicht. Fällt die Hürde, könnte das den Titel schon kurzfristig weiter nach oben treiben.

Arzyta: Flop in diesem Jahr – risikofreudige Anleger steigen ein

Übrigens: Der Top-Verlier oder vielmehr der Flop im SPI in diesem Jahr ist bisher Aryzta. Mitte der Woche hatte der Hersteller von Backwaren und Fertigprodukten Anleger mit einer Gewinnwarnung geschockt. Das Ergebnis je Aktie lag nach den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 um 20 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums und soll auch im Gesamtjahr ähnlich schrumpfen. 

Der Kurs des Konzerns aus Zürich stürzte um ein Drittel ab. Risikofreudige Turnaround-Spezialisten nutzen den Einbruch nun zum Einstieg. Wird die Prognose nicht noch weiter gekappt, dann gibt es den Titel zum geschätzten 11er-KGV und vor allem: Arzyta notiert inzwischen unter Buchwert. Kurse von über 30 Franken könnten ganz schnell wieder drin sein.