Eine Studie, die aufhorchen lässt: Über 150'000 Menschen wurden rund um den Globus zu grundlegenden Geldthemen befragt. Etwa zum Konzept der Risikodiversifizierung oder dem Zinseszinseffekt. Das Ergebnis ist ernüchternd, besonders für die Schweiz: Nur 57 Prozent der Befragten konnten drei der fünf gestellten Fragen richtig beantworten (Test in der Bildergalerie oben).

Demnach sind über vier von zehn Schweizerinnen und Schweizern in Finanzfragen weitgehend ungebildet, heisst es in der Studie. Insgesamt rangiert die Schweiz auf Platz 15, direkt hinter der USA. Die Ratingagentur S&P, der Informationsdienst Gallup, die Weltbank und die George Washington Universität kreierten den Test, an dem 2014 Menschen aus über 140 Ländern teilnahmen.

Skandinavier mit bester Finanzbildung

Damit sind die wichtigen Finanzkonzepte, auf denen unser Geld- und Wirtschaftssystem beruhen, hierzulande zwar bekannter als im Rest der Welt: Im globalen Vergleich scheiterten zwei Drittel der Befragten am Test. Doch der Anspruch des Finanzlandes Schweiz, in dem so viele Vermögen angehäuft sind wie in kaum irgendwo sonst, sollte ein anderer sein. In den grossen Industriestaaten der G7 liegt der Wert bei 55 Prozent und damit nur ähnlich hoch.

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Und deutlich besser schneiden viele andere entwickelte Länder ab (siehe Grafik unten): Vor allem in den nordeuropäischen Staaten weiss die Bevölkerung offenbar besser Bescheid, auch in Deutschland, Kanada oder Grossbritannien. Europa ist demnach grundsätzlich geteilt, denn in einigen südeuropäischen Ländern wie Griechenland und Spanien ist das Finanzwissen nur schwach ausgeprägt, noch niedriger ist es in Italien und Portugal. Am Ende der globalen Rangliste finden sich südasiatische und schwarzafrikanische Staaten wieder, mit Albanien allerdings auch ein europäisches Land.

Grosse Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Gleichzeitig offenbart die weltweite Studie grosse Wissensunterschiede zwischen den Geschlechtern. «In praktisch jedem Land rund um den Globus gibt es eine Lücke in der Finanzbildung zwischen Männern und Frauen», schreiben die Autoren. Die Diskrepanz kann in Ländern wie Italien, Australien, Indonesien oder Kanada bei bis zu 15 Prozentpunkten liegen.