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Warum die Aktienrallye nachhaltig zu sein scheint

South Facade of the White House, 1800, by James Hoban (1762-1831), Washington DC, District of Columbia, United States of America, 19th century.

Die Märkte erhielten durch Anzeichen, dass sich der schwelende Handelskonflikt zwischen Washington und Peking entspannen würde, einen weiteren Schub.

Quelle: De Agostini via Getty Images

In den ersten Monaten des Jahres 2019 kam es zu einer deutlichen Verbesserung an den Aktienmärkten, die eine beeindruckende Erholung aufwiesen.

Von Stewart Robertson*
am 12.07.2019

Der US-Aktienindex S&P 500 hatte mit einem Zuwachs von 13,7 Prozent im ersten Quartal 2019 seine beste Quartalsentwicklung seit fast einem Jahrzehnt und das stärkste erste Quartal seit 1998.

Der Höhenflug der Aktien wurde beflügelt durch die Ankündigungen der US-Notenbank und der EZB, die beide keine Eile zu Zinsanhebungen sahen. Einen weiteren Schub erhielten die Märkte durch Anzeichen, dass sich der schwelende Handelskonflikt zwischen Washington und Peking entspannen würde.

Hohes Risiko

Vor diesem Hintergrund waren die Aktien bereit, die Entwicklungen an den Anleihemärkten zu ignorieren. In den Kursen der US-Staatsanleihen sind derzeit drei Zinssenkungen in den nächsten zwei Jahren eingepreist. Demnach sehen Bond-Anleger ein hohes Risiko für eine Rezession.

Die weitere Richtung der Aktienkurse hängt in starkem Masse davon ab, ob das globale Wirtschaftswachstum wieder an Fahrt gewinnt oder ob die Anleihemärkte mit ihrer Einschätzung recht haben, dass die jüngste weltweite Konjunkturabschwächung einen ernsthafteren Rückgang nach sich ziehen werde.

Wir halten die Rezessionsbefürchtungen für übertrieben. Zwar haben wir unsere Wachstumserwartungen für 2019 nach unten korrigiert. Wir sehen aber für dieses Jahr in den grossen Volkswirtschaften nur ein mässiges Rezessionsrisiko.

Anhalte des Wachstumszyklus

In unserem zentralen Szenario rechnen wir tatsächlich sogar mit einem Anhalten des Wachstumszyklus bis ins Jahr 2020, gestützt durch die Pause der weltweiten Zinsanhebungspolitik.

Rezessionen entstehen in der Regel, wenn Privathaushalte und Firmen zu viele Schulden aufnehmen, die Zentralbanken die Zinsen zu aggressiv anheben oder äussere Schocks wie beispielsweise ein plötzlicher Anstieg der Ölpreise eintreten.

Wir sehen für die ersten beiden Faktoren ein begrenztes Risiko, und trotz unserer Sorge über die chinesische Wirtschaft glauben wir, dass die jüngsten Massnahmen Pekings das dortige Wirtschaftswachstum stützen dürften.

Falls das Wachstum wie von uns erwartet zunimmt, wird die Federal Reserve über eine Anhebung der Zinssätze gegen Ende 2019 oder Anfang 2020 nachdenken müssen. Derzeit ist die Hürde für eine weitere Kursänderung hoch. Dies deutet auf Chancen für eine weiterhin gute Entwicklung von Aktien und anderen risikoreicheren Anlageklassen hin.

*Stewart Robertson ist Senior Economist bei Aviva Investors.

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