BRIC – vier Buchstaben, eine ganz grosse Hoffnung. Oder vielmehr: Vor 18 Jahren zur Jahrtausendwende war das eine ganz grosse Hoffnung. Jeder Anleger bekam bei dem Kürzel Herzklopfen. Und nicht wenige, auch ganz viele völlig unerfahrene Sparer, bekamen wie tollwütig bei dem Wort Schaum vor dem Mund.

BRIC, das steht auch heute noch für die Anfangsbuchstaben der vier Länder Brasilien, Russland, Indien, China und stand damals für die Hoffnung auf ganz grosse Kursgewinne. Tatsächlich zeigten sich die vier Börsen zum Millennium mit dem darauf folgenden Crash an den wichtigen Aktienmärkten in den USA und Europa relativ wertstabil.

Ungebremstes Wirtschaftswachstum in den BRIC-Staaten

Insbesondere China mit dem Shanghai A-Index bliebt im Salami-Crash nach dem Platzen der Dot.com-Blase lange Zeit noch auf Kurs. Während Aktien in Euro-Land, der deutsche DAX oder der japanische Nikkei 225 zwischen Anfang 2000 und Mitte 2001 um 15, 20 und sogar 35 Prozent gefallen waren, ging es mit Aktien aus dem Reich der Mitte um 50 Prozent nach oben.

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Aber nicht nur die Börsen in Schwellenländern zeigten nach oben, auch die Konjunktur schien unverwüstlich. Während USA, Euroland oder Japan nach dem Jahrtausendhype schon 2001 hart auf dem Boden landeten und dann 2002 und 2003 weiter abfielen oder nicht von der Stelle kamen, zog es die Volkswirtschaften der BRICs steil nach oben.

Die Aktienindizes der Schwellenländer haben sich vervielfacht

Im Krisenjahr 2003 gab es in Russland, Indien und China Wachstumsraten der Wirtschaftsleistung um sieben und sogar zehn Prozent. Jetzt allerdings sagen viele Marktbeobachter: Der seit einiger Zeit starke Dollar ist schlecht für Schwellenländer. Ein kurzer Überblick.

Trotz Russland-Sanktionen und schwachem Rubel hat sich der russische RTS-Index seit 2001 verfünffacht. Der brasilianische Bovespa ist auf das Achtfache gestiegen und der indische Sensex hat sich weit mehr als verzehnfacht. Nur Chinas Aktien kommen dazu mit einem Plus von etwa 50 Prozent nicht wirklich von der Stelle. In der Gesamtheit ergibt sich aber eine hohe Outperformance. Seit 2003 beispielsweise haben sich die Aktien im MSCI Emerging Markets Kursindex verfünffacht, der MSCI World zeigt dagegen nur einen Anstieg auf das Dreifache. 

Der Anteil an der globalen Wirtschaftskraft hat sich in wenigen Jahren vervielfacht

Volkswirtschaftlich betrachtet scheinen insbesondere die starken Zuwächse am Aktienmarkt in den drei BRI-Staaten auch gerechtfertigt. Laut Internationalem Währungsfonds IWF stieg die weltweite Wirtschaftsleistung seit dem Jahr 2000 um rund 170 Prozent, hat sich damit also schon bald verdreifacht.

Allerdings weisen die traditionellen Industrieländer in dem Zeitraum nur ein Wachstumsplus von 90 Prozent aus. Die BRICs dagegen konnten ihre Wirtschaftsleistung auf mehr als das Achtfache ausbauen. Durch das rasante Wachstum der BRIC-Staaten stieg ihr Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung gewaltig an. Lag dieser in 2001 bei etwa acht Prozent, so sollen es laut IWF-Schätzung im nächsten Jahr bereits rund 25 Prozent sein.

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Indien legt ein enorm hohes Tempo vor

Wie geht es nun weiter mit den BRICs? Während Euroland beim Wachstum in diesem Jahr nicht weit über 1,0 Prozent liegen dürfte, werden für China 6,3 Prozent Plus erwartet. Immerhin lag das erste Quartal im Reich der Mitte mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 6,4 Prozent über dem Konsens der Ökonomen.

Indien legt sogar ein noch grösseres Tempo vor. Die Volkswirtschaft auf dem Subkontinent expandierte in 2018 um 7,3 Prozent und für dieses und nächstes Jahr prognostiziert die Weltbank ähnliche Steigerungen. Damit dürfte Indien schon in diesem Jahr an Frankreich und Grossbritannien vorbeiziehen und auf Rang fünf der grössten Volkswirtschaften weltweit klettern.

Die neue Seidenstrasse – Chinas Weg zur grössten Industrienation

Brasilien soll in diesem Jahr zwar im Vergleich dazu nur um magere 2,0 Prozent zulegen, doch in Relation zur EU mit einer geschätzten Wachstumsrate von 1,2 Prozent ist das immer noch ein hohes Tempo. Lediglich Russland als das wirtschaftlich kleinste Land der BRICs zeigt nur ein gemässigteres Wachstumstempo. Nach einem Plus von 1,6 Prozent in 2018 soll die Wirtschaftsleistung der Russen in diesem Jahr laut Schätzungen der Weltbank mit 1,5 Prozent ebenfalls nur moderat voran kommen.

Und dann ist da die neue Seidenstrasse. Die Route verbindet in einem gewaltigen Infrastruktur- und Handelsprojekt die wichtige chinesische Metropole Xian mit Moskau, Rotterdam, Venedig, Athen, Nairobi in Ostafrika, Colombo auf Sri Lanka, Kalkutta und zuletzt mit der südchinesischen Stadt Fuzhou. Pekings Regierung hat ein ambitioniertes Ziel: Bis 2049 will das Reich der Mitte dadurch zur grössten Industrienation der Welt aufsteigen.

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Anleger setzen auf ETFs

Für Anleger bedeutet das: Ein Investment in BRICs dürfte sich mittel- bis langfristig auszahlen. Indien scheint überhaupt nicht zu bremsen. Mit einem ETF (ISIN LU16 81043 086) setzen Anleger mit breiter Streuung auf die Wirtschaft und Börsen auf dem Subkontinent.

China bietet ebenfalls gute Perspektiven – am besten ebenfalls breit gestreut mit einem ETF (ISIN: LU0292109856). Russland ist – nach einer möglichen Aufhebung der Sanktionen – ein vielversprechender Turnaround-Kandidat (ETF auf die Börse Moskau: ISIN: IE00B5V87390). Zuletzt noch ein ETF auf den MSCI Emerging Markets. Damit (ISIN: LU0480132876) sind Anleger im gesamten BRIC-Universum mit von der Partie.

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