Nach dem spektakulären Quereinstieg von Alcon im Frühjahr dürfte sich der Kreis der Schweizer Bluechips bei der diesjährigen Revision im Sommer nicht verändern. Die oberste Börsenliga wird auch in Zukunft vom Pharmasektor und von Nestlé dominiert.

Im April ist Alcon nach der Abspaltung von Novartis direkt in den Swiss Market Index (SMI) aufgenommen worden. Das ist eine Ausnahme, zu der es bei grossen Börsengängen oder Dekotierungen und Übernahmen kommen kann. Ansonsten werden die Börsenindizes normalerweise nur einmal im Jahr neu berechnet.

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Die so genannte ordentliche Indexüberprüfung Schweizer Börse SIX findet jeweils zur Jahresmitte statt und tritt im September in Kraft. In etwa einem Monat wird kommuniziert, was sich allenfalls bei SMI, Swiss Leader Index (SLI) oder SMI Mid (SMIM) verändert - oder eben nicht.

Börsenwert und Handel

Der Schweizer Leitindex SMI besteht aus den 20 grössten und liquidesten Titeln. Welche Wertpapiere darin enthalten sind, wird anhand der durchschnittlichen Marktkapitalisierung und dem jährlichen Handelsvolumen berechnet. Massgeblich ist der Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni.

Wie rege der Handel einer Aktie ist, ist als Kriterium nicht zu unterschätzen, und kann in Einzelfällen ausschlaggebend sein. Beim Börsenwert ist indes der frei handelbare Anteil, der Freefloat, entscheidend. Die meisten SMI-Titel befinden sich vollständig im Streubesitz wie zum Beispiel Nestlé, Novartis oder UBS.

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Es gibt aber auch Wertpapiere, wo die Gründerfamilie oder die Nachkommen noch einen grösseren Anteil halten. Etwa bei Kühne+Nagel reicht die Kapitalisierung nicht für den SMI, weil Firmenpatron Klaus-Michael Kühne über die Hälfte der Anteile besitzt. Bei der Swisscom wiederum hält die Eidgenossenschaft eine Mehrheit und nur 49 Prozent der Aktien sind frei handelbar. Dennoch sind die Papiere des Telekomkonzerns im SMI enthalten.

Nestlé, Novartis und Roche unangefochten

Unangefochten bleiben Nestlé, Novartis und Roche als SMI-Schwergewichte. Ihre Marktkapitalisierung macht mehr als die Hälfte des Leitindex aus. Daran hat auch die Abspaltung der Augenheilsparte Alcon nichts geändert. Auch wenn Novartis damit weniger wert ist, verteidigt der Pharmawert seinen Rang 2 nach Nestlé und mit Abstand vor Roche.

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Aber auch Alcon ist kein Leichtgewicht und dürfte angesichts der Kapitalisierung etwa auf Rang 10 kommen. Insgesamt hat damit auch die Dominanz der Gesundheitsbranche zugenommen - obschon das Gewicht der drei Schwergewichte im SMI bei jeweils 18 Prozent gekappt wird.

Mehr als nur Prestige

Eine Aufnahme in den SMI ist nicht nur eine Prestigefrage, es geht auch ums Geld. Wird eine Aktie in den Leitindex aufgenommen, müssen Fonds, die den Leitindex abbilden, die Aktie kaufen. «Tatsächlich orientieren sich die grössten institutionellen Anleger sehr stark am SMI und kaufen dann blind», sagt Fondsmanager Urs Beck von EFG Asset Management.

Auch beim SLI, der die 30 wichtigsten Titel der Schweizer Börse zusammenfasst - die im Börsenjargon auch Bluechips genannt werden, dürfte nach jüngstem Stand ebenfalls alles beim Alten bleiben.

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Bär gesucht nach SMI-Rauswurf

Grosse Beachtung findet unter Investoren auch der SMI Mid (SMIM), der aus jenen 30 Firmen besteht, die unmittelbar hinter dem SMI rangieren, also die Plätze 21 bis 50. Das Segment ist unter Börsianern sehr beliebt.
Als etwa Julius Bär Anfang April von Alcon aus dem SMI verdrängt wurde und damit im SMIM landete, mussten einige Anleger kräftig Bär-Aktien zukaufen.

Denn im SMI machten die Papiere des Vermögensverwalters lediglich ein Gewicht von weniger als 1 Prozent aus, zählen nun aber im SMIM zu den Schwergewichten.

Das heisst im Umkehrschluss, wenn eine Aktie aus dem SMIM in den SMI aufsteigt, müssen sich indexorientierte Anleger unter Umständen sogar von diesen Titeln trennen. Ausscheiden aus dem SMIM könnten im September GAM, die 2018 gehörig eingebrochen sind. An ihrer Stelle könnten dann Pargesa oder Bucher treten.

(awp/dhü)

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