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Welthandel
Globale Warenströme verlagern sich nach Asien

Frachtschiff auf hoher See: Volle Kraft nach Asien. (Bild: ZVG)

Noch kontrollieren die grossen Industriestaaten den Welthandel. Doch Schwellenländer holen im Transportgeschäft kräftig auf – vor allem asiatische. Die Schweiz profitiert vom Boom im Fernost.

Von Frederic Spohr
am 09.04.2013

Die Welt wächst immer stärker zusammen. Laut der aktuellsten Statistik der Welthandelsorganisation (WTO) tauschen die Länder mehr Waren untereinander aus als jemals zuvor. Trotz der Weltwirtschaftskrise stieg der Wert der weltweit gehandelten Waren von 2004 bis 2011 durchschnittlich um 3,7 Prozent an. Er wuchs damit schneller als die globale Wirtschaftsleistung, die nur um 2,3 Prozent zulegte. Einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung: Mittlerweile existieren mehr als 400 Freihandelsabkommen auf der Welt.

Vor allem die asiatischen Staaten integrieren sich zunehmend in die globalen Warenströme – und handeln auch untereinander immer mehr. Noch dominiert zwar der Westen den Welthandel, rund die Hälfte aller Exporte hat laut WTO ihren Ursprung in Nordamerika oder Europa.

Globale Lieferketten

Doch das ändert sich. «Asiatische und andere Entwicklungsländer werden die Form und Richtung der weltweiten Transportrouten stark verändern», schreiben die Logistik-Experten von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. «Routen zwischen Asien und Afrika, Asien und Südamerika und innerhalb Asiens werden wichtige Wege für die globalen Lieferketten.» In Zukunft könnten sich 40 Prozent des globalen Handels in Asien abspielen, glauben die Experten.

Die Schweiz folgt dem globalen Trend – auch sie steigerte in den vergangenen zehn Jahren stets ihre Handelsaktivitäten. Seit 2002 konnte sie ihre Exporte laut der Eidgenössischen Zollverwaltung um durchschnittlich vier Prozent steigern, die Importe wuchsen um 3,7 Prozent.

Zehn Mal so viel Waren nach China

Die Schweizer liefern hauptsächlich Konsumgüter über die Grenze, rund die Hälfte ihrer Produkte landen im Ausland beim Endverbraucher. Besonders boomte in letzter Zeit die Uhrenindustrie. In den vergangen fünf Jahren steigerte sie ihre Ausfuhren um ein Drittel. Importiert werden müssen dagegen Brennstoffe, Halbfabrikate und Rohstoffe. Sie machen allein ein Drittel aller Einfuhren aus. Unterm Strich steht mit rund 24 Milliarden Franken aber ein dickes Plus in der Handelsbilanz.

Wichtigste Handelspartner der Schweiz sind Deutschland, Frankreich, Italien und die USA. Doch auch für die Schweiz steigt die Bedeutung Asiens immer mehr: In den vergangenen Jahren legte besonders der Export nach China zu: Im Vergleich zur Jahrtausendwende liefert die Schweiz mittlerweile Waren mit dem fast zehnfachen Wert in die Volksrepublik.

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