Die Exporte wuchsen im Oktober überraschend kräftig um 11,4 Prozent binnen Jahresfrist und damit so stark wie seit 19 Monaten nicht mehr, wie aus Daten der Zollbehörde am Samstag hervorging. Auch die Importe zeigten mit einem Plus von 4,7 Prozent ein solides Wachstum, auch wenn sie langsamer als im September und als von Analysten erwartet zulegten. Es ist das zweite Wachstum in Folge.

Durch den Anstieg der Exporte wuchs der Handelsbilanzüberschuss auf 58,44 Milliarden Dollar von 37 Milliarden im September. Der von Präsident Donald Trump scharf kritisierte Überschuss im Warenaustausch mit den USA weitete sich gegenüber dem Vormonat um gut eine halbe Milliarde Dollar auf 31,37 Milliarden Dollar aus.

Die steigende Nachfrage nach Importprodukten lässt darauf schliessen, dass die im ersten Halbjahr stark vom Ausbruch der Corona-Pandemie geschwächte Binnenwirtschaft wieder auf Touren kommt - auch angeschoben durch staatliche Konjunkturhilfen und verstärkte Investitionen in Zukunftstechnologien.

Im Exportgeschäft könnte die zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA Experten zufolge aber wieder unter Druck geraten, weil wichtige europäische Handelspartner wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien im Kampf gegen eine zweite Coronavirus-Welle wieder Lockdown-Massnahmen verhängt haben.

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(reuters/dhü)