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Krankenkasse
Comparis rechnet mit einem Prämienanstieg von bis zu drei Prozent

Blick in die Abteilung des "Stroke Center" fuer Schlaganfallpatienten am "Ospedale Regionale di Lugano" wahrend der Behandlung eines Patienten, am Donnerstag, 1. Maerz 2018, in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Presse/ Alessandro Crinari)
Ärzte im Spital: Die Schweizer Gesundheitskosten steigen seit Jahren fast ununterbrochen.Quelle: Keystone

Häufige Arztbesuche und komplizierte Operationen treiben die Kosten nach oben. Comparis macht eine Prognose für die Prämienrunde 2020.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch erwartet, dass die Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen 2020 um zwei bis drei Prozent steigen. Kosten- und Prämientreiber seien nicht die Preise, sondern die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen, schrieb Comparis.

Gesenkte Preise oder Tarife verpufften angesichts der zunehmenden Menge an Leistungen für die Patientinnen und Patienten, hiess es in der Mitteilung vom Dienstag. Comparis kritisierte den «Tarmed-Dschungel» bei der Abrechnung von ambulanten Leistungen.

Ärzte und Spitäler in der Pflicht

Ärzte und Spitäler könnten «die besseren Tarifpositionen bei der Fakturierung nutzen und die schlechteren vermeiden», liess sich Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von Comparis, zitieren. Die Kassen könnten nicht kontrollieren, ob die Tarifpositionen auf den Rechnungen den tatsächlichen Leistungen entsprächen.

Auch der Effekt der Preissenkungen bei Medikamenten verpufft laut Comparis. Von Jahr zu Jahr werde mehr für teure Medikamente ausgegeben. Comparis hat ausgerechnet, dass jeder fünfte Franken gegen Krebs für Medikamente ausgelegt wird, die noch nicht zugelassen sind oder die nicht auf der Spezialitätenliste stehen.

Comparis fordert einheitliche Finanzierung

Nachhaltige Wirkung zeigen dagegen in den Augen von Schneuwly die Fallpauschalen für stationäre Behandlungen im Spital und dass bestimmte Eingriffe statt stationär ambulant vorgenommen werden.

Er hält es allerdings für unabdingbar, dass ambulante und stationäre Leistungen einheitlich finanziert werden. Heute werden ambulante Behandlungen von den Krankenkassen vergütet.

Bei stationär erbrachten Behandlungen von Spitälern übernehmen die Kantone 55 Prozent der Kosten. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat kürzlich eine Vorlage zur einheitlichen Finanzierung von stationären und ambulanten Behandlungen verabschiedet.

(sda/mbü)

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