Die Schweiz legt im Kampf gegen die Coronavirus-Krise nach. Zusätzlich zu dem vor einer Woche angekündigten Hilfsprogramm von 10 Milliarden Franken beschloss der Bundesrat am Freitag, weitere 32 Milliarden Franken auszulösen. Ziel des Pakets sei es, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbstständigen unter die Arme zu greifen.

«Über 40 Milliarden Franken: Das ist die Summe, die in der Schweiz jetzt für Betroffene zur Verfügung stehen»: So sagte es Wirtschaftsminister Guy Parmelin vor den Medien in Bern.

Damit kleine und mittelgrosse Firmen Überbrückungskredite von den Banken erhalten, wird die Regierung ein Garantieprogramm im Umfang von 20 Milliarden Franken bereitstellen. 

Hinzu kommen diverse Anpassungen. Beispielsweise sollen die Betriebe nun auch für Lehrlinge Kurzarbeit-Geld beantragen können. Für Betroffene ohne Entschädigungsgeld sind nun Taggelder erhältlich. «Das betrifft unter anderem auch Selbstständige des Kulturbetriebs», so Wirtschaftsminister Parmelin.

«Der Bund kann sich das leisten»

Weiter werden 280 Millionen für Kulturorganisationen und 100 Millionen für Sportverbände ausgeschüttet.

Zum Paket gehören diverse kleine Massnahmen, etwa Verzicht auf Verzugszinsen auf vielerlei Ebenen.

«Unsere Wirtschaft funktioniert momentan zu 80 Prozent ihrer Kapazität»: Das müsse ändern, so Parmelin abschliessend.

Der Bund könne sich das leisten, so Ueli Maurer: Die Schuldenbremse früherer Jahre sei die Grundlage dafür, dass der Bund nun helfen kann. Die zweite Bedingung: ein robuster Finanzplatz. «Auch hier sind die Hausaufgaben gemacht worden», sagte der Finanzminister.

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«Es muss jetzt schnell gehen»

Nun werden die Firmen innert Tagen Zehntausende Kreditgesuche einreichen. Das kann bei der Bank eingereicht werden. Summen bis zu 500’000 Franken können sofort gewährt werden – denn im Hintergrund steht der Bund, der für das Geld bürgt. Bedarf ein Unternehmen einer höheren Summe über 500’000 Franken, so bürgt der Bund nur zu 85 Prozent – den Rest riskiert die Bank. Dies soll die Bank dazu verleiten, in solchen Fällen die Solidität einer Firma etwas genauer anzuschauen.

Insgesamt stehen nun 20 Milliarden Franken für solche Kredite bereit. Der Zins sei «sehr bescheiden», versprach Ueli Maurer auf Nachfrage. «Wir sind uns bewusst, dass wir später einige dieser Summen abschreiben müssen.» Aber entscheidend sei nun, dass es schnell geht.

(rap)