UBS-Ökonomen sind sich einig: Die Gewinne der Schweizerischen Nationalbank SNB werden Bund und Kantonen dieses Jahr einen Geldsegen bescheren. Die SNB habe 2025 stark von den Entwicklungen des Goldpreises und der Aktienmärkte profitiert, schreibt die UBS in einer Mitteilung. Dementsprechend wird ihr Gewinn für das Gesamtjahr 2025 auf rund 23,5 bis 28,5 Milliarden Franken geschätzt. Einer Gewinnausschüttung an Bund und Kantone dürfte damit nichts im Wege stehen.
Für Oktober bis Dezember des vergangenen Jahres alleine prognostizieren die Experten einen SNB-Gewinn von 11 bis 16 Milliarden Franken. Im Jahr 2024 hatte die SNB noch einen Rekordgewinn von 80,7 Milliarden Franken erzielt.
Starker Franken drückt Gewinn
Zum positiven Ergebnis sowohl im vierten Quartal wie auch im Gesamtjahr 2025 trug nicht zuletzt der steigende Goldpreis bei, wie die UBS weiter schreibt. Dieser kletterte im Schlussquartal in Franken gerechnet um rund 13 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 dürfte sich der Gewinn auf dem Goldbestand auf rund 36 Milliarden Franken summieren. Zudem profitierte die SNB auf ihren Aktienpositionen vom guten Kursverlauf mit einem Gewinn von rund 30 Milliarden Franken.
Belastet wurde das Ergebnis dagegen vom starken Franken, der auch im vierten Quartal 2025 gegenüber den meisten Währungen weiter aufgewertet hat. Für das gesamte Jahr 2025 wird die SNB laut der UBS-Studie einen Verlust aus der Frankenaufwertung von fast 55 Milliarden ausweisen. Vor allem ins Gewicht fiel im vergangenen Jahr der deutliche Wertverlust des Dollars gegenüber dem Franken.
Bund und Kantone dürfen dieses Jahr mit mehr rechnen
Der absehbare erneute SNB-Milliardengewinn ist eine gute Nachricht für Bund und Kantone: Sie dürfen nun laut der UBS-Studie eine Ausschüttung in Höhe von rund 4 Milliarden Franken erwarten. Im Vorjahr hatte die Nationalbank noch 3 Milliarden Franken an die öffentliche Hand ausgerichtet, nachdem die Ausschüttungen in den Jahren 2022 und 2023 ausgefallen waren.
Die Gewinnausschüttung, die zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone geht, erfolgt gemäss einer Vereinbarung zwischen dem Finanzdepartement und der Nationalbank aus dem Jahre 2021. Gemäss dieser besteht die Gewinnausschüttung aus einem Grundbetrag von 2 Milliarden Franken, sofern ein Bilanzgewinn von mindestens 2 Milliarden Franken vorhanden ist. Je nach Höhe des Bilanzgewinns kann die Gesamtausschüttung auf bis zu 6 Milliarden ansteigen. Die SNB wird ihr provisorisches Ergebnis für das Gesamtjahr 2025 am Freitag, 9. Januar, publizieren.
(sda/dob)
