Mit einem Exportmarktanteil von 18,5 Prozent und einem Importmarktanteil von 27,1 Prozent war Deutschland auch 2018 wichtigster Ausfuhr- und Beschaffungsmarkt für die Schweiz. Der Handelsaustausch mit dem nördlichen Nachbarn ist etwa gleich hoch wie mit Frankreich, Italien und China zusammen, wie einer Mitteilung der Handelskammer Deutschland Schweiz vom Mittwoch zu entnehmen ist.

Während aber das Handelsvolumen zwischen den beiden Länder im vergangen Jahr noch um 4,6 Prozent auf 97,8 Milliarden Franken zulegte, «schwächeln» gemäss der Handelskammer nun die Schweizer Exporte zu Jahresbeginn 2019.

40 Prozent erwartet Umsatzsteigerung

Nahmen die Exporte nach Deutschland im Januar noch 1,4 Prozent zu, betrug das Plus im Februar nur noch 0,8 Prozent. Da die Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft jüngst nur noch etwa 0,8 Prozent betragen, könnten die Schweizer Exporte ins Nachbarland schwächer ausfallen als bisher erwartet, meinen die Experten der Handelskammer.

Dennoch bleibe die Stimmung bei Mitgliedsunternehmen der Handelskammer gut: Aussenhandelsumfrage des Verbands zeigt, dass zwei Drittel der Firmen aus Deutschland und der Schweiz ihre gegenwärtige Geschäftslage immer noch als «gut» beurteilen; für fast ein Drittel sind sie «befriedigend».

Keine Rezession erwartet

Die Umsatzerwartungen der Firmen deuteten zudem an, dass diese nicht mit einer Rezession rechnen. So erwarten 40 Prozent der Handelskammer-Firmen in den nächsten 12 Monaten eine Umsatzsteigerung. Etwas über die Hälfte rechnet zwar mit einer Stagnation ihrer Exporte in den nächsten 12 Monaten – aber immerhin noch ein Drittel hofft auf eine Steigerung. 

Ausserdem gehen 40 Prozent davon aus, dass ihr Deutschland-Geschäft – beziehungsweise umgekehrt ihr Schweiz-Geschäft – in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird.

Rahmenabkommen mit EU wichtig

Nach den Risiken in den kommenden 12 Monaten befragt, zeigt sich, dass bei den Schweizer Firmen die Beziehungen Schweiz/ EU zuoberst auf der Sorgenliste steht, gefolgt vom Fachkräftemangel und dem starken Schweizer Franken. Die Deutschen sehen den Fachkräftemangel als grösstes Risiko, gefolgt von der Entwicklung der Rohstoffpreise und den Arbeitskosten am Standort Deutschland.

Die Schweizer Exportfirmen seien sich der Bedeutung sicherer Rahmenbedingung im Verhältnis Schweiz - EU vollauf bewusst, hiess es weiter. 80 Prozent der Befragungsteilnehmer würden das geplante Rahmenabkommen (InstA) für sehr wichtig oder wichtig erachten; dies gilt auch für den Erhalt der Bilateralen Abkommen. Die Ergebnisse der deutschen Teilnehmer fallen mit 85 Prozent zu dieser Frage sogar noch stärker aus.

(awp/tdr)

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