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Stottern
Der Schweizer Automarkt rollt nicht mehr

Autohändler im Zürcher Oberland: Schwere Zeiten.  Keystone

Es ist ein schlechtes Jahr für Autohändler. Der Markt für Neuwagen und Gebrauchtwagen ist kräftig ins Stottern geraten. Vorerst bleiben die Aussichten trüb.

Veröffentlicht am 03.11.2014

In der Schweiz schwächt sich die Nachfrage nach neuen Personenwagen als auch nach Occasionsmodellen weiter ab. Für 2014 prognostiziert das Forschungsinstitut Bakbasel noch rund 300'000 immatrikulierte Neuwagen, was einem Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Trend dürfte auch 2015 anhalten, teilte das Institut am Montag mit.

Die Zahl der Handänderungen von Gebrauchtwagen dürfte sich in diesem Jahr auf 832'000 und damit auf 1,9 Prozent weniger als 2013 belaufen. Für 2015 wird die Anzahl Neuanmeldungen auf 297'000 veranschlagt, während bei den Handänderungen mit einem Rückgang auf 823'000 zu rechnen sei.

In fast allen Monaten deutlich im Minus

Mit Ausnahme des Monats Juli lagen die Zahlen zu den neuimmatrikulierten Personenwagen in allen Monaten 2014 deutlich im Minus, heisst es weiter. Kumuliert resultiere zwischen Januar und September ein Rückgang der Neuanmeldungen von minus 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für das verbleibende Quartal rechnet Bakbasel  mit einem Rückgang (-1,5 Prozent zum Vorjahr).

300'000 verkaufte Einheiten wären trotz allem ein gutes Ergebnis, erklärt Urs Wernli, Zentralpräsident des Auto Gewerbe Verbands Schweiz (AGVS), in der Mitteilung. «Dieses kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Garagenbetriebe mit immer tieferen Margen und sinkenden Renditen stark unter Druck sind.»

Im Gebrauchtwagenmarkt habe die Dynamik im zweiten Quartal 2014 gedreht. Nachdem in den ersten drei Monaten bei den Zahlen zu den Halterwechsel noch ein kleines Plus verzeichnet worden sei, hätten die Statistiken in den Folgequartalen mit deutlich negativen Wachstumsraten abgeschlossen. Für das Gesamtjahr erwartet Bakbasel  ein Minus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weitere Konsolidierung

Für die Jahre 2016 bis 2020 stellen die Experten von Bakbasel  aufgrund von Sättigungstendenzen eine weitere Konsolidierung des Neuwagenmarktes in Aussicht. Mittelfristig sei mit rund 291'000 neuimmatrikulierten Personenwagen pro Jahr zu rechnen.

Ein ähnliches Bild zeichne sich für den Gebrauchtwagenmarkt ab. Die für die mittlere Frist erwartete Anzahl Halterwechsel setzen die Experten bei 830'000 pro Jahr an.

(awp/ise/ama)

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