Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2021 deutlich gewachsen. Nach einem coronabedingt schwachen ersten Jahresviertel hat die Wirtschaft mit den zunehmenden Lockerungen ab Frühling wieder stark Fahrt aufgenommen.

Konkret stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Periode von April bis Juni 2021 gegenüber dem Vorquartal um 1,8 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Die Zahl für das erste Quartal wurde zudem leicht nach oben revidiert auf -0,4 von -0,5 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr bzw. zum zweiten Quartal des Corona-Jahres 2020 ist der Anstieg mit +7,7 Prozent gar massiv. Die Schweizer Wirtschaft war bekanntlich vor allem in der Periode von April bis Juni 2020 wegen des ersten Lockdowns stark rückläufig, was nun zum starken Wachstum im Vorjahrsvergleich geführt hat. Insgesamt war die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent geschrumpft.

Im Rahmen der Erwartungen

Wie das Seco in der heutigen Mitteilung weiter schreibt, stieg die Wertschöpfung im Dienstleistungssektor im Berichtsquartal nach der Lockerung der Corona-Massnahmen aus der zweiten Welle markant. Auch der Konsum erholte sich kräftig. Die Industrie wuchs ebenfalls, wenn auch weniger stark als in den Vorquartalen. Insgesamt lag das BIP im zweiten Quartal gemäss den Seco-Angaben nur noch 0,5 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des vierten Quartals 2019.

Der BIP-Anstieg im zweiten Quartal kommt allerdings nicht überraschend und fiel im Rahmen der Erwartungen aus. Von AWP befragte Ökonomen hatten die Entwicklung zum Vorquartal bei +1,5 bis +2,2 Prozent gesehen. Der nun realisierte Wert lag damit ziemlich genau in der Mitte der Schätzungen.

Auch in den ersten beiden Monaten des bereits seit zwei Monaten laufenden dritten Quartales dürfte die Wirtschaft gemäss den bekannten Indikatoren weiter klar gewachsen sein. Die Zahlen für das gesamte Quartal werden dann aber erst Ende November veröffentlicht.

(awp/tdr)