Die Sommerferien stehen vor der Tür und doch sind so manche Schweizerinnen und Schweizer noch unschlüssig, ob und wo sie ausserhalb des eigenen Landes überhaupt verreisen können. Fernreisen sind aufgrund der internationalen Reisebeschränkungen in den kommenden Wochen so gut wie unmöglich. Doch innerhalb Europas haben die meisten Länder ihre Grenzen für Touristen wieder geöffnet.  

Die zweite gute Nachricht: Für Schweizer sind Ferien im europäischen Ausland noch günstiger geworden. 1 Euro kostet heute 1.07 Franken – so wenig wie zuletzt vor drei Jahren. Wer in einem Land mit dem Euro als Währung Ferien macht, bekommt für 1 Franken mehr Euro und Cents als noch vor einem Jahr. Allerdings ist 1 Euro in Spanien nicht gleich viel wert wie in Schweden. Der Grund: Die unterschiedlichen Niveaus bei den Konsumentenpreisen.

Diese variieren innerhalb der EU-Länder teilweise um ein Dreifaches. Laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat sind die Preise für Konsumgüter und Dienstleistungen in Dänemark am höchsten. Auch Irland, Luxemburg, Finnland und Schweden sind teuer im Vergleich zum Rest der EU. Am tiefsten sind die Preise in Bulgarien und Rumänien

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Dänemark teuer, Türkei günstig

Die OECD hat die Kaufkraft des Schweizer Franken im Ausland berechnet. Demnach ist Dänemark das teuerste Land für Schweizer Touristen. Am günstigsten können Schweizer in der Türkei Ferien machen, zumal die türkische Währung in den vergangenen Jahren massiv an Wert verloren hat. Heute bekommt man rund 7 Lira für 1 Franken, doppelt so viel wie vor drei Jahren.

Auch in Spanien ist das Preisniveau fast nur halb so hoch wie zu Hause. Italien ist zwar etwas kostspieliger, aber dennoch günstiger als Frankreich – für jene, die den Sommer am Mittelmeer verbringen wollen. Wer auf Hitze und Strand nicht verzichten mag, der bekommt beispielsweise auch in Kroatien, Montenegro und Albanien viel für sein Geld.

Wen es in kältere Gefilde zieht, den erwarten in Nordeuropa zwar immer noch tiefere Preise als in der Schweiz. Doch Dänemark und die anderen skandinavischen Länder haben sehr hohe Lebenshaltungskosten – Island ist besonders teuer. Hier kostet eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel Canopy by Hilton Reykjavik City Centre im Juli knapp 200 Franken.

Eine günstige Alternative sind die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen – die auch eine Ostseeküste haben. Oder Polen – fast um einen Drittel günstiger als die Schweiz ist das osteuropäische Land. 

Relativ teuer ist ein Urlaub hingegen in Grossbritannien. Allerdings ist das Pfund derzeit wieder günstiger im Vergleich zum Franken. Aufgrund der Corona-Krise und des bevorstehenden Brexit hat die britische Währung stark an Wert verloren. Allerdings ist eine Urlaubsreise nach Grossbritannien ohnehin derzeit nicht sehr attraktiv. Denn Einreisende müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.

Die günstigsten Ziele am Mittelmeer

Allerdings ist das allgemeine Preisniveau eines Landes für Touristen nur bedingt aussagekräftig. Eurostat hat die Preise nach Konsumgütern und Dienstleistungen aufgeschlüsselt. Demnach sind Hotels und Restaurants in Europa nirgendwo so teuer wie in Island und Norwegen, sogar noch teurer als hierzulande

Bulgarien ist das günstigste Reiseland in der EU, aber als solches bisher wenig bekannt. Selbst an der als Ballermann Bulgariens bezeichneten Schwarzmeerküste gibt es auch richtige Geheimtipps. Eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel The Cliff Beach & Spa Resort beispielsweise kostet mitten in der Sommersaison 110 Franken. Am günstigsten übernachtet man und isst im Restaurant auch in Nordmazedonien und Albanien sowie in Serbien und der Türkei

Ferien in Spanien sind unter den beliebtesten Mittelmeerländern am günstigsten. Während Hotels und Restaurants in Griechenland noch günstiger sind, fallen aber höhere Preise für Lebens- und Genussmittel zu Buche als auf der iberischen Halbinsel. Apropos, noch günstiger übernachten und auswärts essen lässt es sich im Nachbarland Portugal.

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Beim Essen und Trinken können Schweizer Touristen überall in Europa sparen, denn kein anderes Land hat derart hohe Lebensmittelpreise. Wer in den Ferien – oder gerade dann – nicht auf Alkohol und Zigaretten verzichten kann, muss in Island und Skandinavien, aber auch in Irland und Grossbritannien tief in die Tasche greifen. In Norwegen sind diese Genussmittel fast doppelt so teuer wie in der Schweiz. Und nirgendwo in Europa ist Trinken und Rauchen so günstig wie in Nordmazedonien – doppelt so teuer ist Griechenland, dazwischen liegt die Türkei.

Das Nord-Süd-Gefälle ist weiterhin gross. Allerdings zeigt sich, dass es auch unter den beliebten Reiseländern in Südeuropa Unterschiede gibt. Je nachdem, ob einem die Hotelübernachtung oder gutes Essen wichtig ist oder man als Selbstversorger eher selbst sein Essen kauft.