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Zukunft
Ersatz durch Roboter: Jeder zweite Job gefährdet

Roboter machen längst nicht mehr nur Geringqualifizierten Konkurrenz, zeigt eine Studie. Jeder zweite Job in der Schweiz ist gefährdet. Dennoch gibt es unter dem Strich eine gute Nachricht.

Veröffentlicht am 09.11.2015

Nur Geringqualifizierte müssen Konkurrenz durch Roboter fürchten? Weit gefehlt. In den kommenden zwanzig Jahren wird fast jeder zweite Arbeitsplatz durch Automatisierung ersetzt, wie eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. 48 Prozent der Berufe stehen dabei auf der Kippe – da sind auch Gutausgebildete nicht gefeit.

Zwar stimmt es laut der Publikation, dass die Automatisierungswahrscheinlichkeit mit steigendem Ausbildungsniveau abnimmt. Je qualifizierter ein Beschäftigter, desto unwahrscheinlicher ist eine Verdrängung durch eine Maschine. Dennoch trifft die Tendenz zum Einsatz von Robotern einige Bereiche mit hohen Anforderungen, die in den letzten Jahren noch viele Beschäftigte gewonnen haben.

Neue Sektoren von Automatisierung betroffen

Die Automatisierung erreicht neue Sektoren in der Arbeitswelt. Während bisher vor allem in der Industrie Jobs ausradiert wurden, zeichnet sich nun ein vermehrter Abbau im Dienstleistungssektor und in der Administration ab. Entscheidend ist vor allem der Anteil an Tätigkeiten, die sich wiederholen und vereinheitlichen lassen. Deshalb sind auch Berufe wie Steuerberater, Augenoptiker und Immobilienverwalter bedroht, nebst weniger hochqualifizierten Berufen wie Telefonist und Kassierer.

Für die Analyse stützt sich Deloitte auf Berechnungen der US-Ökonomen Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne. Diese haben berechnet, wie gut ein Beruf aufgrund der dafür notwendigen Tätigkeiten prinzipiell automatisierbar wäre. Je höher diese Automatisierungswahrscheinlichkeit, desto geringer fiel auch das Beschäftigungswachstum eines Berufes in den letzten 25 Jahren in der Schweiz aus, hält die Studie fest.

Mehr Jobs entstanden

In den letzten Jahrzehnten wurden viele Routinetätigkeiten automatisiert, heisst es. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Insgesamt seien während des letzten Vierteljahrhunderts mehr Stellen geschaffen als verdrängt worden. Die Automatisierung erhöhte die Produktivität und die Löhne. Andererseits verbesserte sie die Qualität von Güter und Dienstleistungen und senkte gleichzeitig die Preise. Beides erhöhte die Nachfrage und schuf dadurch neue Stellen.

Und auch im Bereich mit niedriger Qualifikation gibt es Tätigkeiten, für die Roboter undenkbar sind. In diesen Berufen ist der Einsatz von Maschinen äusserst unwahrscheinlich.

Welche Berufe am stärksten gefährdet und in Zukunft am sichersten sind, sehen sie in der Bildergalerie oben.

(me, mit Material von sda)

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