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Diamantenraub: Helvetic-Flugzeug überfallen

Die betroffene Helvetic-Maschine hätte nach Zürich fliegen sollen. (Bild: Keystone)

Eine Maschine der Helvetic Airways ist auf dem Flughafen von Brüssel überfallen worden. Mehrere schwer bewaffnete Personen stahlen auf dem Rollfeld Diamanten im Wert von vermutlich rund 50 Millionen D

Veröffentlicht am 19.02.2013

Bei einem spektakulären Coup haben Unbekannte am Brüsseler Flughafen Diamanten im Wert von rund 50 Millionen Dollar geraubt. Die maskierten Räuber schlugen zu, als die Diamanten von einem Wertransporter in ein Flugzeug der Helvetic Airways umgeladen werden sollten.

Laut der Flughafenverwaltung durchbrachen acht schwer bewaffnete Angreifer um 19.47 Uhr mit zwei Fahrzeugen den Sicherheitszaun und drangen zum Rollfeld vor. Dort überfielen sie Medienberichten zufolge den Werttransporter der Firma Brink's.

«Es gab keine Schiesserei und niemand wurde verletzt», teilte der Flughafen am Dienstag in einer Stellungnahme mit. «Dies hat nur wenige Minuten gedauert.» Die Angreifer seien mit einem Koffer voll Diamanten unerkannt in der Dunkelheit entkommen, hiess es.

Die betroffene Maschine der Helvetic Airways hätte um 20.05 Uhr für den von Swiss ausgeführten Flug LX 789 nach Zürich abheben sollen, sagte Swiss-Sprecher Mehdi Guenin. Einzelheiten zur Anzahl der Täter oder zum Diebesgut konnte Guenin bis am Dienstagmittag nicht nennen.

Fahndung nach zweitem Fluchtauto

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Belgien nahm Ermittlungen auf. Der betroffene Flug LX 789 wurde annulliert, wie der Flughafen mitteilte. Auf den übrigen Flugbetrieb hatte der Überfall keine Auswirkungen.

Eines der Fahrzeuge, das möglicherweise beim Überfall verwendet wurde, wurde nach Angaben der Polizei brennend auf der Strasse von Brüssel nach Zellik gefunden. Zeugen hätten beobachtet, wie die Insassen des Fahrzeuges in ein anderes Fahrzeug umgestiegen seien. Nach dem zweiten werde noch gefahndet.

Unklare Angaben zum Wert der Beute


Über den Wert der glitzernden Beute herrschte zunächst Unklarheit. Die Sprecherin des World Diamond Centre in Antwerpen, Caroline De Wolf, sagte laut flämischer Zeitung «De Morgen» dem Radiosender Radio 1: «Es geht um einen gigantischen Betrag.» De Wolf nannte die Summe von 50 Millionen Dollar.

Auch der flämische Rundfunk VRT bestätigte dies, nachdem der Sender zunächst von 350 Millionen Euro Beute gesprochen hatte. Der Flughafen sprach lediglich von «Wertgegenständen», die geraubt worden seien. Die Staatsanwaltschaft bestätigte zunächst nur, dass es einen Überfall gegeben hatte. Einzelheiten wollte sie später mitteilen.

Handel in Antwerpen im Visier


Die Edelsteine sollen aus der flämischen Hafenstadt Antwerpen stammen, dem Zentrum des weltweiten Diamantenhandels. Der Handel in Antwerpen ist immer wieder das Ziel von Kriminellen.

Brink's ist ein global operierender Sicherheitsdienstleister aus den USA. Auf der Internetseite seiner deutschen Tochter wirbt das Unternehmen mit dem Slogan: «Seit 1859 hat keiner unserer Kunden auch nur einen uns anvertrauten Cent verloren.»

 (rcv/tno/sda/awp)

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