Die Aussichten der Schweizer Wirtschaft haben sich mit Aufkommen der zweiten Corona-Welle weiter leicht eingetrübt: Das sogenannte KOF-Konjunkturbarometer ist im Berichtsmonat November um 2,8 auf 103,5 Punkte gesunken. Der von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich erhobene Indikator schwächte sich damit zum zweiten Mal in Folge ab, nachdem er im Anschluss an die umfassenden Corona-Lockerungen im Frühling und Sommer vier Monate in Folge zugelegt hatte.

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Das Barometer bewege sich somit auf sein langfristiges Mittel hin, wodurch die Aussichten für die Schweizer Konjunktur auch im Hinblick auf die aktuelle Pandemiesituation weiterhin verhalten blieben, heisst es in einer Mitteilung der KOF vom Montag. Leicht nach unten revidiert - auf 106,3 von 106,6 Zählern - wurde der Oktoberwert. Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat einen leicht tieferen Wert (101,0 bis 103,0 Punkte) erwartet.

Der Rückgang des Barometers im November ist laut KOF in erster Linie auf eine Abschwächung beim verarbeitenden Gewerbe und beim privaten Konsum zurückzuführen. Zudem würden Indikatoren, welche die Auslandsnachfrage und den Bereich der übrigen Dienstleistungen betreffen, ein negatives Signal aussenden. Der Geschäftsverlauf im Gastgewerbe, der Baubranche sowie der Finanz- und Versicherungsbranche sei hingegen nahezu konstant geblieben.

Positive Tendenz im Export

Im Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe und Bau) verzeichnen den Angaben zufolge insbesondere die Entwicklung der Auftragseingänge und der Erträge einen negativen Verlauf. Aber auch Indikatoren Produktion und der allgemeinen Geschäftslage würden sich abschwächen. Eine leichte positive Tendenz verzeichneten hingegen Teilindikatoren in Bezug auf die Exportaussichten.

Unter den Branchen neigen laut KOF-Barometer insbesondere die Metallindustrie, der Bereiche Papier und Druck, der Maschinen- und Fahrzeugbaus und das sonstige verarbeitende Gewerbe zur Schwäche. Positive Signale kämen derweil aus der Elektroindustrie. Konstant entwickelten sich laut Mitteilung derweil die Indikatoren der übrigen Branchen wie Textilindustrie, Chemie, Pharma und Kunststoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel-Industrie.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft, der sich aus einer Vielzahl von Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst. Ein weiterer Frühindikator - der Einkaufsmanagerindex PMI - wird am (morgigen) Dienstag veröffentlicht, wie auch die Zahlen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) im dritten Quartal.

(awp/tdr)