Keine gute Nachrichten für Schweizer Versicherte: Die Krankenkassenprämien werden 2023 wieder steigen, wie das Eidgenössische Departement des Innern EDI am Dienstagnachmittag mitteilt. Die mittlere Prämie werde 334,70 Franken betragen, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspreche.

Für junge Erwachsene bedeutet das eine Monatsprämie von 279,90 Franken. Die Prämie für Kinder steigt um 5,5 Prozent auf 105,00 Franken. Die mittlere Prämie wird in allen Kantonen steigen.

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Der starke Anstieg der mittleren Prämie im Jahr 2023 sei vor allem auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht habe, und auf einen Nachholeffekt zurückzuführen. 

So sind die Gesundheitskosten 2021 um 4,5 Prozent gestiegen, wie es weiter heisst. Dieser Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2022 fort. Die Eindämmung der Gesundheitskosten bleibt für den Bundesrat eine Priorität.

Seit 2018 gab es eine weitgehenden Kostenstabilität: Der Anstieg betrug durchschnittlich 1,5 Prozent, gegenüber 3,8 Prozent in den fünf Jahren davor (2013-2018).  

Reserven federn Prämienerhöhung ab

Die Reserven der Versicherer können einen Teil der Prämienerhöhung abfedern. Allerdings sei es schwierig vorauszusagen, wie sich die Gesundheitskosten genau weiterentwickeln.

So verfügten die Krankenkassen Anfang Jahr noch über 12 Milliarden Franken an Reserven. Diese könnten laut  Gesundheitsminister Alain Berset Ende Jahr auf 9,5 Milliarden sinken. Das Minimum liegt gemäss Gesetz bei 6,6 Milliarden Franken.

Bei der Prämienverbilligung seien die Kantone in der Pflicht. Der Bundesrat schlage vor, die Prämienverbilligung an die Gesundheitskosten zu binden. Die Prämienverbilligung soll damit künftig einem festgesetzten Prozentsatz der Gesundheitskosten entsprechen, wie Gesundheitsminister Alain Berset erklärt.