Der unabhängige französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron hat vor einem wirtschaftlichen Desaster gewarnt, sollte seine rechte Rivalin Marine Le Pen die Wahl gewinnen. «Die Zinsen würden nach oben schiessen, das Kapital würde das Land verlassen», sagte Macron den Zeitungen der Funke Mediengruppe sowie «Ouest-France».

«Und das wäre der schnelle Zusammenbruch des europäischen Projekts, denn die europäische Konstruktion funktioniert nicht ohne Frankreich.» Umfragen zufolge dürften Macron und Le Pen am 23. April die erste Runde gewinnen, Macron dann die Stichwahl am 7. Mai. Allerdings deutet sich zunehmend ein enges Rennen an.

EU hat vor Kriegen bewahrt

Eine Woche vor Beginn der französischen Präsidentschaftswahl hat der scheidende Präsident François Hollande davor gewarnt, Europa zum Sündenbock zu machen. Europa habe uns vor Kriegen und Konflikten bewahrt, sagte Hollande nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP zur Begründung.

Einige der Präsidentschaftsaspiranten wollen ein Referendum über den Austritt aus der EU - darunter die Rechtspopulistin Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon, der Chef der Linkspartei «La France insoumise» (Das aufständische Frankreich). Wenn ein gewisser Nationalismus auftauche, komme die Geschichte ins Stottern, erklärte der Staatschef bei einer Gedenkfeier in Cerny-en-Laonnois, wo die Schlacht an der Aisne im Nordwesten von Reims im Ersten Weltkrieg stattfand. Auf dem Höhenzug des Chemin des Dames starben Hundertausende von deutschen und französischen Soldaten.

(reuters/sda/chb)