Auch wenn sich das Arbeiten im Homeoffice mit der Coronapandemie stark verbreitet hat, ist Arbeiten im Büro alles andere als out. Im Gegenteil: In den kommenden Jahren ist dank des Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums mit einem steigenden Flächenbedarf zu rechnen.

Zwar sei das Homeoffice gekommen, um zu bleiben, stellt das Beratungsunternehmen Wüest Partner anhand einer Umfrage bei 351 Unternehmen fest. Dennoch sei das Arbeiten im Büro aber alles andere als «out».

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Denn 65 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einem gleichbleibenden Büroflächenbedarf aus – und 20 Prozent wollten die Flächen gar erweitern. Reduzieren wollen laut der Studie nur 15 Prozent der Befragten. Wenig erstaunlich sind dies Firmen mit einem Homeoffice-Anteil von über 40 Prozent, schreiben die Immobilienexperten.

«Bei einem starken Wirtschaftswachstum dürfte der Bedarf an Büroflächen jährlich um 830'000 Quadratmeter zunehmen.»

Ob aber nach eineinhalb Jahren Pandemie genau gleich viele Büroflächen wie bisher benötigt werden, bleibt unsicher. Denn die Nachfrage nach Büroflächen hängt auch stark von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Je nach Wirtschaftsszenario dürfte die Beschäftigung bis 2030 insgesamt zwischen 0,1 und 1,0 Prozent wachsen, erwartet Wüest Partner. Dabei ist in den Bürobranchen ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum zu erwarten.

Bei einem starken Wirtschaftswachstum dürfte der Bedarf an Büroflächen jährlich um 830'000 Quadratmeter zunehmen, so die Prognose von Wüest Partner. Dies wäre mehr als die 720'000 Quadratmeter, die in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich jeweils neu gebaut worden seien.

Ein Viertel der Arbeitszeit im Homeoffice

Ein Grund für den erwarteten Anstieg der Nachfrage sei der immer grössere Anteil an digitalen Produkten, die in den Bürobranchen entwickelt werden. Dabei erwartet Wüest Partner ein besonders starkes Wachstum im Bereich Forschung und Entwicklung, in der IT-Branche und seitens Beratungsunternehmen. Zudem wollten manche Firmen mit mehr Fläche die Arbeitsplatzqualität erhöhen.

Bei einem mässigen Wirtschaftswachstum oder im Falle einer längeren Flaute gilt diese Prognose allerdings nicht, wird betont. Dann sei mit einer geringeren Nachfrage nach Büroflächen zu rechnen.

Gemäss der Studie dürfte in Zukunft rund ein Viertel der Arbeitszeit im Homeoffice geleistet werden, was einer Verdoppelung gegenüber der Zeit vor Corona entspricht. Besonders stark verbreitet ist das Arbeiten von Zuhause aus in der Informations- und Kommunikationsbranche sowie bei Finanz -und Versicherungsdienstleistern.

Besonders verbreitet sei Homeoffice aktuell mit einem Anteil von 48 Prozent in Grossraumbüros, wo mit Desksharing gearbeitet werde. Zudem gibt es laut der Untersuchung regionale Unterschiede: Je zentraler die Büros liegen, desto grösser fielen die Homeoffice-Anteile aus.

(sda – rap)