Die Schweizer Exportwirtschaft hat im September wieder zum Wachstum zurückgefunden, nachdem die Ausfuhren in den beiden Vormonaten rückläufig gewesen waren. So resultierte auch im gesamten Quartal eine Zunahme des Exports, allerdings nur dank der Pharma- und Chemiebranche.

Mit konjunkturellen Gegenwind und damit schwindenden Ausfuhren hat dagegen insbesondere die MEM-Industrie, also der Bereich Maschinenbau, Elektronik und Metalle zu kämpfen, welche damit ihren Sinkflug fortsetzen. Die Uhrenexporte stagnierten über die vergangenen drei Monate.

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Im gesamten dritten Quartal nahmen die Exporte nominal um 0,9 Prozent zu, allerdings resultierte auf preisbereinigter Basis (also real) ein Minus von 1,0 Prozent, wie die Eidgenössischen Zollverwaltung am Donnerstag mitteilte. Die Importe kletterten um 1,8 Prozent und real um 0,5 Prozent. Dank Exporten von insgesamt 58,7 Milliarden Franken und Importen von 52,8 Milliarden - beides sind für ein einzelnes Quartal Rekordwerte - ergab sich ein Überschuss in der Handelsbilanz von 5,93 Milliarden.

Chemie- und Pharma sorgt für die Musik

Für das nominale Plus der Exporte im dritten Quartal ist, wie erwähnt ausschliesslich die Chemie- und Pharmabranche, verantwortlich. Diese trägt mit knapp 30 Milliarden rund die Hälfte zum Export aus der Schweiz bei. Mit einem Plus von 2,7 Prozent hat die Branche im dritten Quartal die Wachstumsrate aus dem zweiten Quartal gar noch übertroffen.

Der mit knapp 8 Milliarden zweitwichtigste Exportzweig, Maschinen und Elektronik, verzeichnete im Quartal ein Minus von 3,0 Prozent. Auch die separat ausgewiesenen Sparten Metalle sowie Präzisionsinstrumente setzten weniger Produkte ins Ausland ab als noch im zweiten Quartal. Die Uhrenexporte beliefen sich im Quartal auf gut 5,4 Milliarden, was einem minimen Plus von 0,2 Prozent entspricht.

Die Chemie- und Pharmabranche ist gleichzeitig der grösste Importeur in die Schweiz. Mit Einkäufen von 13,3 Milliarden oder rund einem Viertel der Gesamtimporte ist die Dominanz der Branche hier zwar weniger ausgeprägt, sie trug aber auch bei den Importen zum Wachstum bei, ganz im Gegensatz zur gebeutelten MEM-Industrie.

Geografisch gesehen stammt das grösste Plus bei den Exporten aus Nordamerika und in kleinerem Ausmass aus Asien. Seit Jahresbeginn seien die Exporte in den nordamerikanischen Raum auf Wachstumskurs, schrieb die Zollverwaltung. Jene nach Asien tendieren dagegen seitwärts.

Importe profitieren von Goldschmuck aus Emiraten

Der wichtigste Handelspartner bleibt mit einem Exportanteil im dritten Quartal von 56 Prozent aber Europa. Bei den Importen kommt die Region gar auf einen Anteil von gegen 70 Prozent. Die Ausfuhren nach Europa zeigen zwar seit dem Schlussquartal 2018 aufwärts, gingen aber im dritten Quartal wieder etwas zurück. Die Zunahme der Importe insgesamt ist vor allem auf Einfuhren von Goldschmuck aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückzuführen.

Betrachtet man den Monat September für sich, nahmen die Exporte saisonbereinigt (zum Vormonat) um 8,2 Prozent auf 20,3 Milliarden Franken zu. Real war der Anstieg mit +2,5 Prozent allerdings um einiges moderater. Im August und Juli waren die Exporte (nominal) mit -4,8 rsp. -3,6 rückläufig gewesen.

Abgeschwächt haben sich dagegen die Importe. Diese gingen saisonbereinigt um 1,4 Prozent und real um 1,3 Prozent zurück und erreichten einen Wert von 17,4 Milliarden Franken. In der Handelsbilanz resultierte somit ein Überschuss von 2,88 Milliarden Franken.

(awp/mlo)