Bei den Schweizer Industrieunternehmen läuft es wieder besser: Produktion und Auftragsbestand haben im Oktober klar zugelegt. Von der Erholung der Nachfrage offensichtlich überrascht, leerten sich die Lager der Unternehmen sowohl im Verkauf als auch im Einkauf deutlich.

Der Einkaufsmanagerindex der Schweizer Industrie (PMI) stieg im Oktober um 4,9 Punkte auf 55,3 Zähler, wie die Credit Suisse und der Einkäuferverband Procure.ch mitteilten. Der Index liegt damit wieder deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und auf dem höchsten Stand seit April dieses Jahres.

Produktion als Treiber

Den Index so stark ansteigen liess dabei insbesondere die Produktion. Sie kletterte im Oktober um über 8 Prozent auf den höchsten Stand seit Februar 2011. Nach zwei Monaten unterhalb der Wachstumsschwelle zeigte auch der Auftragsbestand deutlich nach oben und befindet sich wiederum in der Wachstumszone.

Für eine bessere Kapazitätsauslastung spricht auch, dass die Unternehmen ihren Personalbestand ausbauten und die Lieferfristen länger wurden.

Anhaltende Schwäche in der Euro-Zone

In der Euro-Zone hingegen wächst die Industrie wegen der Schwäche in Frankreich und Italien nur langsam. Der Einkaufsmanagerindex kletterte hier im Oktober um 0,3 auf 50,6 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag mitteilte.

Die Nachfrage bleibe angesichts der schwachen Binnenmärkte weiterhin verhalten, das Exportwachstum gehe derzeit zurück und anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten belasteten die Konjunkturentwicklung, stellte Markit-Chefökonom Chris Williamson fest.

Zur Sorge Anlass gebe auch die Kluft zwischen den einzelnen Ländern: Kräftige Zuwächse in Irland, den Niederlanden und Spanien stehen in starkem Kontrast zu Rückgängen in Italien, Griechenland, Frankreich und Österreich. Der Konjunkturmotor Deutschland verzeichnete ein geringfügiges Wachstum. Der deutsche Einkaufsmanagerindex kletterte um 1,5 auf 51,4 Punkte.

(sda/dbe/ama)

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