Ob Restaurants, Läden oder Zulieferer: Während des Lockdowns wurden die Geschäfte vieler KMU lahmgelegt oder eingeschränkt. Doch inzwischen sind die meisten Massnahmen vom Bundesrat wieder gelockert worden. In Kombination mit den finanziellen Unterstützungsmassnahmen hat sich die Lage für einige KMU entschärft.

Noch etwas mehr als jedes fünfte Unternehmen erwartet, in den nächsten zwölf Monaten in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Das geht aus einer Umfrage hervor, welche die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) vom 23. bis zum 29. Juni unter 480 Firmen durchgeführt hat. Im April - während des Lockdowns - befürchtete jedes dritte KMU Schwierigkeiten, vor der Bekanntgabe der Unterstützungsmassnahmen des Bundes im März sogar jedes zweite.

Weniger Entlassungen befürchtet

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen verspürt derzeit eine gute bis sehr gute Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. Dieser Wert habe im Frühling noch unter 30 Prozent gelegen, teilte die ZHAW am Mittwoch mit. Umgekehrt sank der Anteil der Unternehmen, die mit negativen Auswirkungen des Coronavirus auf ihre künftige Geschäftstätigkeit rechnen, auf 54 Prozent von 70 Prozent im April.

Das alles lässt auch die Gefahr von Entlassungen sinken: Jedes vierte Unternehmen hält Entlassungen in den kommenden zwölf Monaten für wahrscheinlich, vor zwei Monaten war es noch jedes dritte. Bereits Entlassungen vorgenommen haben 15 (3 Prozent) der befragten Unternehmen.

Die Umfrage zeigt: Die Lage hat sich bereits entspannt, doch ausgestanden ist die Krise nicht. Zudem befürchten 59 Prozent der Unternehmen eine zweite Infektionswelle. Zuletzt waren wieder etwas höhere Fallzahlen gemeldet worden: In der vergangenen Woche drei Tage hintereinander jeweils über hundert Fälle. Seit Samstag liegen die Neuansteckungen zwar wieder unter dieser Marke - allerdings sind die Zahlen am Wochenende jeweils tiefer.

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Einen zweiten Lockdown halten die Unternehmen aber für weniger wahrscheinlich als eine zweite Welle: Damit rechnet noch knapp jedes fünfte Unternehmen. Sollte dieser Fall jedoch eintreten, wäre das für die meisten fatal: Mehr als drei Viertel der KMU sind der Ansicht, dass sich ein zweiter Lockdown negativ oder sehr negativ auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken wird.

(awp/tdr)

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