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Schweizer Stundenlöhne sind die höchsten in Europa

Lohn: In Euro gerechnet sind Schweizer Löhne am höchsten. Keystone

Hierzulande ist das Portemonnaie besonders gut gefüllt: In Euro gerechnet verdienen Schweizer von allen Europäern am meisten – fast doppelt so viel wie die Deutschen. Und noch ein Fakt ist spannend.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Schweizerinnen und Schweizer haben die höchsten Löhne in Europa: Hierzulande verdienen Angestellte im Schnitt vor Steuern und Abgaben 29,5 Euro pro Stunde, wie neue Daten des Statistikamts Eurostat zeigen. Schweizer verdienen somit 1,5 Euro mehr als Angestellte in Norwegen, dem zweitklassierten Land in der Rangliste. Erst auf dem dritten Platz folgt mit Dänemark ein EU-Land.

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Die Schweizer Löhne sind rund doppelt so hoch wie in Deutschland oder Frankreich. Europäisches Schlusslicht ist Bulgarien: Im ärmsten EU-Land verdienen die Angestellten lediglich 1,7 Euro pro Stunde. Auch das Lohnniveau in Portugal oder Spanien ist im europäischen Vergleich sehr bescheiden, wie die Grafik des Datenanbieters Statista zeigt.

Norweger können sich mehr leisten

Wenn die hohen Schweizer Preise berücksichtigt werden, verliert die Schweiz allerdings ihren Spitzenplatz an Norwegen: Kaufkraftbereinigt können sich die Nordländer mit ihren Löhnen mehr leisten. Die Schweiz rangiert auf dem zweiten Platz vor Dänemark und Irland.

Auch in Bezug auf die Lohngleichheit schneidet die Schweiz gut ab: Lediglich knapp zehn Prozent aller Angestellten verdienen weniger als zwei Drittel des Medianlohns – ihr Verdienst ist somit tiefer als 19,6 Euro pro Stunde.

Grosse Lohnschere bei der Credit Suisse

Zwischen den Spitzenlöhnen und den tiefsten Löhnen besteht hierzulande allerdings ein grosses Gefälle: Topmanager wie UBS-Chef Sergio Ermotti oder Roche-CEO Severin Schwan erhielten im letzten Jahr zweistellige Millionensaläre. Ihre Entlöhnung ist massiv höher als die Tiefstlöhne im eigenen Konzern: Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam verdiente gemäss des Gewerkschaftsdachverbands Travail.Suisse beispielsweise 363 Mal so viel wie der CS-Angestellte mit dem tiefsten Lohn.

Und diese Schere zwischen den Löhnen von Spitzenmanagern und einfachen Angestellten ist letztes Jahr sogar gestiegen: Während die meisten Angestellten 2016 keine Lohnerhöhung erhielten, stiegen die Cheflöhne bei 19 von 27 untersuchten Grosskonzernen.

(Mathias Brandt, Statista/mbü)

Handelszeitung.ch präsentiert zusammen mit dem Statistik-Portal Statista jeden Dienstag eine aktuelle Infografik aus den Bereichen Wirtschaft, Technik oder Wissenschaft.

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