Wenn die Welt aus den Fugen gerät, investieren Anleger in Gold. In diesen turbulenten Tagen scheint sich die Regel nicht zu bewahrheiten.

Am Dienstagmittag notierte der Spot-Preis an der Börse in London fast drei Prozent im Minus, eine Feinunze war noch knapp 1471 Dollar wert.

Seit dem Sieben-Jahres-Höchststand Anfang Monat hat sich das Edelmetall um mehr als 13 Prozent abgewertet – der Preisrutsch in der letzten Woche war der stärkste seit 1983. Auch andere Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium werteten ab.

Investoren auf Geldsuche

Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Vorgang? Der Chefstratege von der Bank AxiCorp, Stephen Innes, führt ihn auf den Finanzierungsdruck von Anlegern zurück.

Investoren benötigten Cash, um ihre Börsenverluste zu decken. Sie verkauften das Edelmetall also in der Not, und nicht weil sie Gold als sichere Anlageklasse in Fragen stellten.

«Investoren müssen ihr Kapital sichern, dies steuert ihren Entscheidungsprozess. Die Besitzer von Gold veräussern ihre Bestände, um Kapital zu generieren. Dieser Prozess dürfte so nur so lange anhalten, wie dass die Aktienkurse sinken», schreibt Innes in einer aktuellen Markteinschätzung.

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(mbü, auf Basis einer Meldung von Bloomberg)