Firmengewinne sind steuerpflichtig. Werden sie ausgeschüttet, sind sie beim Anteilseigner erneut steuerpflichtig, diesmal als Einkommen. Eine Vorzugsbesteuerung von Dividenden hat diese Doppelbelastung in den letzten Jahren gemildert. In den meisten Kantonen waren es 50 Prozent, vereinzelt sogar bis 65 Prozent.

Voraussetzung ist eine qualifizierte Beteiligung von mindestens 10 Prozent am Aktien- oder Stammkapital. Unter diesen Bedingungen war es für Firmeninhaber oft attraktiv, sich nur einen bescheidenen Lohn, dafür aber hohe Dividenden ausschütten zu lassen.

Tiefere Unternehmenssteuern

Doch seit dem 19. Mai dieses Jahres haben sich die Voraussetzungen gründlich verändert. Im Rahmen der Kombi-Abstimmung über die AHV- und die Unternehmensbesteuerung haben die Stimmbürger auch einer Senkung der Gewinnsteuern zugestimmt. In vielen Kantonen soll sie künftig um rund einen Drittel tiefer ausfallen.

Höhere Steuern auf Dividenden

Im Gegenzug sollen Dividenden schärfer besteuert werden beziehungsweise deren Privilegierung soll abgeschwächt werden. Beim Bund wird die Entlastung von 40 auf 30 Prozent reduziert. Die Kantone dürfen bis 50 Prozent gehen, die meisten wollen es aber dem Bund gleichtun und auf 30 Prozent herunterfahren.

Am ausgeprägtesten ist diese Tendenz im Kanton Basel-Stadt: Dort sollen Dividenden neu zu 80 Prozent als Einkommen besteuert werden (bisher 50 Prozent). Dafür fällt die Unternehmenssteuer von hohen 22,2 auf tiefe 13,0 Prozent. Unter den neuen Voraussetzungen lohnt sich eine hohe Lohnquote bei gleichzeitig bescheidener Dividendenausschüttung, vor allem wenn man zusätzlich in eine steuerprivilegierte Kadervorsorge investiert. Das Beratungsunternehmen Pensexpert in Luzern hat entsprechende Berechnungen vorgenommen.

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Danach bleiben beispielsweise einem Basler Unternehmer bei einem Gewinn von 400'000 Franken unter dem Strich 53'822 Franken mehr, wenn er sich 250'000 Franken Lohn und nur 150'000 Franken Dividende auszahlt statt bloss 100'000 Franken Lohn und 216'000 Franken Dividende (nach den Unternehmens-Gewinnsteuern). Über einen Zeitraum von fünf Jahren sind das fast 270'000 Franken. Ähnlich erfolgreich ist dieses Modell in den Städten St. Gallen und Bern.

Etwas weniger ausgeprägt ist das Plus in Zürich. Hier resultiert ein Mehrwert von «nur» 29'000 Franken pro Jahr. Grund: Der Kanton Zürich will die Unternehmenssteuer lediglich von 21,2 auf 18,2 Prozent senken. Die Einkommenssteuern auf Dividenden sollen von 50 auf 70 Prozent des Normalsatzes steigen.

Mehr Sicherheit für Alter und Invalidität

«Darüber hinaus profitieren Unternehmerfamilien dank der ausgebauten Kadervorsorge von zusätzlicher Sicherheit im Alter, bei Invalidität sowie im Todesfall des Firmeninhabers», so der Pensexpert-Chef Jörg Odermatt. Beiträge und freiwillige Einkäufe in die Altersvorsorge reduzieren das steuerbare Einkommen. Die Auszahlung wird privilegiert besteuert, sofern sie in Kapitalform erfolgt. Und während der Aufbauphase ist das Kapital in der Kadervorsorge erst noch frei von Vermögenssteuern.

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