Lange kriselte der Markt für Büroräumlichkeiten. Nun zeichnet sich eine Erholung ab: In den Zentren der fünf grössten Städte steigen die Preise, das Angebot an freien Büros sinkt. Im Zentrum von Zürich stehen gar so wenige Büros leer wie zuletzt vor siebzehn Jahren.

Vom Aufschwung profitieren aber in erster Linie die Vermieter in den Innenstädten. An den weniger guten Lagen in Zürich, Basel, Bern, Genf und Lausanne lassen sich die Räumlichkeiten weiter nur mit Mühe vermieten, und die Mieten sind unter Druck.

Dies meldet die Credit Suisse in ihrer aktuellen Analyse zum Schweizer Büromarkt. Da spricht die Grossbank von einem «Markt mit zwei Gesichtern» und einem «Zentrums-Peripherie-Gefälle». Treiber hinter dieser Entwicklung sind Unternehmen, die in die Innenstädte ziehen: Für Firmen wird der Büro-Standort wichtiger, weil Mitarbeiter attraktive Arbeitsplätze fordern. Attraktiv heisst meistens auch zentral – und deshalb suchen Unternehmen Räumlichkeiten an bester Lage.

Die Erholung setzt sich fort

Dass sich der Markt gespalten hat, zeigt sich auch in der Entwicklung des Angebots: Trotz des Aufschwungs in den Innenstädten ist das Angebot insgesamt nämlich gestiegen. Die inserierte Bürofläche erhöhte sich schweizweit im zweiten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 163'000 auf 2'814'000 Quadratmeter.

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Insgesamt bleibt die Nachfrage also schwach. Trotzdem rechnet die Credit Suisse mit einer positiven Entwicklung im Büromarkt. Denn es entstehen nur wenige neue Büros – das bewilligte Investitionsvolumen war in den letzten zwölf Monaten auf dem tiefsten Stand seit 19 Jahren. «Mittelfristig dürfte damit eine schwächere Flächenproduktion eine Fortsetzung der Erholung auf dem Büromarkt gewährleisten», schreibt die Credit Suisse.

(mbü)