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Kolumne
Digitales Leben: Die Mühe mit dem Twitter-Haken

Twitter: Verifizierungs-Haken schafft Vertrauen.   Keystone

Wer tausendfach twittert und endlos bei Facebook Bilder postet, muss dennoch lange auf den blauen Haken für seinen Account warten. Dabei hat die Auszeichnung viele Vorteile.

Von Tim Höfinghoff
am 01.06.2015

Mittlerweile habe ich 6033 Tweets bei Twitter verschickt, seit ich mich bei dem Dienst angemeldet habe. Und bei Facebook bin ich auch superfleissig, lese brav alle News, die meine Bekanntschaften posten. Ausserdem teile ich dort ständig meine Gefühlslage mit – inklusive aktueller Fotos.

Doch geholfen hat das alles nicht. Ich habe immer noch keinen blauen Haken bei Twitter, Facebook und Co. bekommen. Dabei arbeiten doch alle Social-Media-Nutzer auf diesen ­Haken hin, oder?

Account ist kein Fake

Gut, eigentlich ist es kein blauer Haken, sondern ein weisser Haken auf blauem, rundem Hintergrund. Doch die Symbolkraft des Zeichens ist enorm: Der Haken dient als Verifizierung. Soll heissen: Dieser Account ist kein Fake. Und der Verifizierungshaken bietet enorm viele Vorteile. Er ist etwas Besonderes, weil er so selten vergeben wird.

Ausserdem erhält derjenige ­Nutzer, der den Haken hat, eine bessere Platzierung seines Accounts bei Such­ergebnissen. Und, noch viel wichtiger: Er signalisiert Vertrauen. Das ist eine Währung, die viel wert ist, besonders im Netz.

Warren Buffett hat den Haken

Doch wer bekommt den Haken? Nur Promis? Schwer zu sagen. An der Zahl der Tweets liegt es jedenfalls nicht. Es gibt Leute, die tweeten nur siebenmal – wie Warren Buffett zum Beispiel – und haben einen Haken. Andere Leute, die kaum weniger bekannt sind, und Hunderttausende Follower haben, haben keinen Haken. Verifizierungsanfragen bringen nichts, sagt Twitter. Nach dem Motto: Entweder man bekommt ihn oder eben nicht.

Auch bei Facebook ist die Sache nicht einfacher. Zwar lassen sich Facebook-Fans ganz einfach kaufen. Den ­Haken gibt es aber nicht bei Ebay.

Verifizierung nicht zu kaufen

­Immerhin: Einer meiner Bekannten hat kürzlich für seine Facebook-Seite einen Haken ergattern können. Wie er es ­geschafft hat, kann er sich auch nicht ­erklären. Das heisst für mich: Ich muss wohl weiter warten. Und hoffen.

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

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