Handelszeitung
Felfel-Mitarbeiter beim Lunch

Felfel – das Start-up macht Mitarbeiter froh

Veröffentlicht am 17.07.2019

Gemeinsam essen fördert die familiäre Firmenkultur – bei Felfel (Bild) und bei ihren Kunden. Oben Mitte: Daniela und Emanuel Steiner.

Quelle: Valeriano Di Domenico

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Familie gründen, Firma aufbauen und Tausenden Angestellten preiswertes, gesundes Mittagessen ermöglichen: Das sind die Steiners.

Alles begann in Grossmutters Küche. Dort entdeckte Unternehmensgründer Emanuel Steiner, der schweizerische und iranische Wurzeln hat, bereits in der Kindheit seine Leidenschaft fürs Kochen. Der Firmenname Felfel – das persische Wort für Pfeffer – ist deshalb eine Hommage an die Grossmutter. Auf persönlichen Motiven des 36-Jährigen fusst auch die Idee des Geschäftsmodells. Emanuel Steiner fand es schon während seiner Zeit bei der Boston Consulting Group in der Zürcher Innenstadt schwierig, sich in der Mittagspause qualitativ gut und gesund zu ernähren.
Seine Antwort auf das Problem heisst Felfel: ein «intelligenter» Kühlschrank mit frischen und gesunden Mahlzeiten direkt am Arbeitsplatz. Die Lösung eignet sich für KMU ab 25 Mitarbeitenden ohne eigene Kantine. Die Beschäftigten bezahlen mit einem Badge, der den – moderaten – Kaufpreis direkt von der Kreditkarte abbucht. Die Gerichte stammen von Partnerköchen aus kleinen Familienbetrieben, die sie im Auftrag von Felfel zubereiten und liefern. 

Dieser Artikel wird Ihnen von UBS präsentiert.

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FELFEL Cafe

In diversen Schweizer Unternehmen im Einsatz, so auch beim Brillenhersteller Viu (oben). Der Felfel-Kühlschrank offeriert den Mitarbeitenden frische und gesunde Spezialitäten.

Quelle: zvg

Giovanni aus Schaffhausen kocht die beste Pasta, Joghurt gibt es aus einer kleinen Sennerei auf dem Splügenpass, und beim Zürcher Zulieferer Paul & Lulu stehen Starköche am Herd. Die stets wechselnden Rezepte entwickeln Felfel-Food-Scouts gemeinsam mit den Köchen in der Testküche.

Zwei Start-ups finden sich

Als Emanuel Steiner 2014 «Felfel» gründete, machte sich gleichzeitig seine heutige Ehefrau Daniela Steiner mit der Marke «Heylife» selbstständig. Ihr Produkt war ein zu hundert Prozent naturbelassenes Kokosnusswasser, wie sie es während ihrer fünf Jahre in New York kennen und lieben gelernt hatte. Das Getränk war eines der ersten Produkte, die Platz fanden im Felfel, wie die Kühlschränke folgerichtig genannt werden. 
Emanuel und Daniela Steiner hatten nicht nur den gleichen Hintergrund – ein Wirtschaftsstudium, mehrjährige Erfahrung im Ausland, Firmengründung und die Leidenschaft für Kulinarik –, sondern fortan auch die gleiche Vision. «Bei jedem Unternehmen geht es letztlich darum, die Kundinnen und Kunden glücklich zu machen», betont die 36-jährige HSG-Absolventin.
Bald kristallisierte sich heraus, dass beide die ganze Kraft auf ein Unternehmen konzentrieren und mit Felfel mehr Leute erreichen wollten. Als das junge Unternehmerpaar 2016 heiratete, beschloss Daniela Steiner, «Heylife» an eine befreundete Gastronomiekette zu verkaufen.
 

«Ein Job, bei dem Privat- und Geschäftsleben getrennt sind, wäre nichts für uns.»

Daniela Steiner

Felfel-Lieferanten: MIKAS

Einer der Felfel-Lieferanten: MIKAS, der junge Unternehmer, hat sich während des Studiums ins «Wursten» verliebt. Heute produziert er mitten in der Stadt seine Würstchen aus biologischem Fleisch, das aus einem Umkreis von maximal 25 km Radius stammt.

Quelle: zvg

Seither hat sich eine Menge getan: Felfel ist stark gewachsen und macht Tag für Tag bereits 40 000 Mitarbeitende ihrer Kunden glücklich. «Das Unternehmen befindet sich auf Kurs. Es gibt schon über 300 Firmen, die Verpflegung mit Felfel anbieten, und jeden Tag kommt eine neue dazu», freut sich Emanuel Steiner, der unter anderem in Harvard studiert hat. Die Idee der intelligenten Kühlschränke ist nicht nur neu, sondern auch praktisch und clever: Jeden Tag werden die Kühlschränke in den Unternehmen mit frischen Menüs – darunter über 20 verschiedene Gerichte –, Snacks und Getränken bestückt. 
Das Menü ändert sich jede Woche komplett. Ob asiatisch, währschaft, vegan oder mit Fleisch: Für alle Geschmacksrichtungen ist etwas dabei. Die Technologie erlaubt es, die Kühlschränke mit den Produkten aufzufüllen, die am jeweiligen Standort gerade am meisten gefragt sind. Die individuell durch Algorithmen errechnete Bestückung hält das Aufkommen von Lebensmittelabfällen erfreulich niedrig.
 

«Vieles ist Mathematik, um abzuschätzen, welche Menüs wann gefragt sind.»

Emanuel Steiner

Auf grossen Bildschirmen im Loftbüro in Zürich-Binz können die Mitarbeiter von Felfel in Echtzeit mitverfolgen, welches Produkt landesweit aktuell zu den Bestsellern gehört. Die Statistik verändert sich von Minute zu Minute: War es um elf Uhr noch der Strawberry & Blueberry Protein Yogurt, wurde er bereits gegen halb zwölf von der Chicken-Schnitzel Poke Bowl abgelöst. 
Modernste Technik und ein neunköpfiges IT-Team treffen am Zürcher Unternehmensstandort auf eine wohnliche Küchenromantik samt Industrie-Chic: Terrakottatöpfe mit Thymian und Basilikum, hölzerne Schubladenmöbel, eine Industrielampe, eine Testküche mit portugiesischen Wandkacheln und ein langer Tisch, an dem das ganze Felfel-Team täglich zusammen zu Mittag isst. Wer sich bei Felfel um eine Stelle bewirbt, sei es als Mathematiker oder als Softwareingenieur, muss ab einem bestimmten Zeitpunkt im Bewerbungsprozess für das ganze Team kochen. 
 

Insights

Daniela und Emanuel Steiner, die Gründer von Felfel, über Start-up-Erfahrungen.

Gründer FELFEL
Quelle: zvg
«Wir zählten von Anfang an auf ‹Family und Friends›, die mit uns investiert haben. Wir besitzen die Mehrheit an Felfel. Auch die UBS hat uns die Türen zu potenziellen Investoren geöffnet.»
«Es geht um enorm viel, auch um die Mitarbeiter und die Endkunden. Deshalb ist es für uns wichtig, UBS als Partner an unserer Seite zu wissen, der uns auf Risiken und Chancen hinweist.»
«Es lag uns am Herzen, ein ‹Zuhause› aufzubauen. Unsere privaten Mittel stecken in der Firma, und wir bezahlen uns nur das Nötigste an Löhnen aus. UBS zeigte sich sehr kreativ und schnürte für uns ein massgeschneidertes Hypothekenpaket für ein Eigenheim, weil sie Potenzial für Felfel sah.»

Felfel hatte wie jedes andere Start-Up mit typischen Anfangssorgen von Jungunternehmen zu kämpfen, zum Beispiel beim Thema Finanzierung. Ein wichtiger Meilenstein war 2017 die Auszeichnung mit dem SEF Award, der aus der Wachstumsinitiative «SEF4KMU» hervorging – einer Initiative des Swiss Economic Forums und angeschlossener Partner, die sich an Schweizer KMU und aufstrebende Jungunternehmen richtet. Das Programm wird unter anderem von UBS unterstützt.
Daraus ergaben sich Beratungsgespräche zum Thema Finanzierung und Risikoabsicherung, die Emanuel und Daniela Steiner sehr schätzten. Bisher investierte das Unternehmerpaar ausschliesslich eigene Mittel und nahm zusätzlich Family Offices sowie Freunde als Investoren mit an Bord. Die Mehrheit am Unternehmen halten die Steiners.
«Es beruhigt uns vor allem, zu wissen, dass Felfel im Bedarfsfall die Option von Fremdkapital durch die Bank hätte», sagt Emanuel Steiner. Das Beratungsgespräch mit der Bank führte dazu, dass sich das junge Paar trotz der erst kleinen Start-up-Löhne einen privaten Traum erfüllen konnte: die Finanzierung eines Eigenheims. Daniela Steiner freut sich über den Umstand, dass UBS durch das Wissen um die aktuellen Lebensumstände der beiden Unternehmer eine individuelle Finanzierungslösung ausgearbeitet hat. So konnte sich das Unternehmerpaar seinen Traum schon jetzt erfüllen. Und nicht erst in 20 Jahren.

Die Familie wächst

Neben Felfel hat sich in den letzten Jahren auch die Familie vergrössert. Steiners sind im letzten Winter stolze Eltern einer kleinen Tochter geworden, die sie in der ersten Zeit häufig ins Büro mitnahmen. Inzwischen wird sie tagsüber in der Kita neben dem Arbeitsplatz betreut. So liegt über Mittag hin und wieder auch der Besuch des Babyschwimmens mit Mami oder Papi drin.
Das neue Familienmitglied liefert einen weiteren Grund, um das Unternehmen nach möglichst nachhaltigen Gesichtspunkten auszurichten. Dazu gehören auch die familiäre Absicherung und der langfristige Vermögensaufbau zum Schutz der nächsten Generation. Die von Felfel verarbeiteten Produkte sind frei von künstlichen Zusatzstoffen, die Recyclingflotte wird aktuell von Biogas- auf Elektrofahrzeuge umgerüstet, das Verpackungsmaterial wird in der Schweiz rezykliert und nicht konsumierte Esswaren gehen an gemeinnützige Institutionen. 
Nachhaltigkeit gehört wie Sinnhaftigkeit zu den Aspekten, die ein Unternehmen für junge Talente – die Generation Y – attraktiv macht. Von denen braucht Felfel noch eine ganze Menge: Das Unternehmen hat sich so stark vergrössert, dass es kaum mit der Rekrutierung nachkommt. Mit einem neuen Standort in Lausanne wird der Markt in der französischen Schweiz bearbeitet. Auch eine Expansion ins europäische Ausland wird diskutiert, ist aber gegenwärtig noch nicht spruchreif. 

FELFEL Mitarbeiter

Mit ihren Kreationen sorgen die hauseigenen Foodscouts für Abwechslung im Felfel-Kühlschrank.

Quelle: Valeriano Di Domenico

Wachstum nach innen und aussen

Werden das Wachstum und die Expansion wie geplant umgesetzt, kann sich das Gründerpaar vorstellen, erneut auf die Hilfe der Bank zu zählen, sei es beim Thema Finanzierung oder in Form einer Vermittlung von Kontakten zu möglichen Partnern im Ausland.
Auch das KMU-Land Schweiz birgt für Felfel noch ein attraktives Wachstumspotenzial. Emanuel Steiner: «Unser Geschäftsmodell verbreitet sich durch Empfehlung, wir gehen nicht selbst auf neue Kunden zu.» 
Neben der Entwicklung des Geschäfts nach aussen ist dem CEO-Paar zudem die Entwicklung nach innen sehr wichtig. Deshalb legen die beiden Wert darauf, das Team mit den acht Teamleadern noch intensiver zu stärken. Daniela Steiner: «Wir haben alles in unser Unternehmen gesteckt, es gibt keinen Plan B. Wir tragen Verantwortung für die 70 Mitarbeitenden und die 40 000 Kunden, die unsere Produkte geniessen.»
 

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