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BVK: Staatsanwalt nimmt Gloor-Vertrauten ins Visier

Der Prozess um den Korruptionsskandal bei der Pensionskasse BVK geht in die nächste Phase. (Bild: Keystone)

Der Prozess um den Korruptionsskandal bei der Zürcher Pensionskasse BVK geht weiter. Jetzt steht der Chef einer Anlagestiftung vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, den BVK-Anlagechef mehrfach bestochen

Veröffentlicht am 12.09.2012

Am Zürcher Bezirksgericht geht der BVK-Korruptionsprozess weiter. Vor Gericht steht der ehemalige Chef der Investmentfirma DLIP. Er soll den Hauptangeklagten, BVK-Anlagechef Daniel Gloor, mehrfach bestochen haben.

Was dem 47-Jährigen vorgeworfen wird, klingt ähnlich wie die Anklagen gegen andere Nebenangeklagte, die bereits im Juli vor Gericht standen. Alle waren sie Freunde von Gloor, kannten ihn etwa aus dem Militär oder waren Paten seiner Kinder.

Zusammen in den Ferien

Mit gemeinsamen Ferien und anderen Zuwendungen zeigten sie sich dann jeweils erkenntlich dafür, dass Gloor beim Aussuchen von BVK-Mandaten ihre Firmen bevorzugte. So auch im vorliegenden Fall, bei dem sich der Chef der Investmentfirma DL Investment Partners (DLIP) mit Golfferien auf Mallorca für lukrative Aufträge bedankt haben soll - oder dank der Ferien überhaupt an die Aufträge kam.

Der Angeklagte, ein ausgebildeter Pilot, war früher bei der Complementa Investment Controlling tätig, einer Firma, die für die Kontrolle der BVK-Investitionen zuständig war. 2006 machte er sich mit der DLIP selbständig.

Firma ohne Referenzen bevorzugt

Diese Firma durfte für die BVK Investitionen in Millionenhöhe vermitteln - obwohl sie neu gegründet war und über keine Referenzen verfügte. Die DLIP, und damit Gloors alter Freund, kassierte auf diesem Weg rund 10 Millionen Franken an Provisionen.

Der Angeklagte wurde bereits im Juli wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, wobei 10 Monate zum Vollzug ausgesprochen wurden. Weil er damals aber bereits 15 Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, musste er nicht ins Gefängnis.

Die Verhandlung vom Juli dauerte gerade mal eine Stunde, weil der Angeklagte geständig war und dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft zustimmte. Das Bezirksgericht muss nun entscheiden, ob Gloors früherer Freund auch noch wegen Bestechung verurteilt werden soll.

Je nach Urteil müsste er dann allenfalls doch noch ins Gefängnis. Der Prozess gegen diesen Nebenangeklagten dauert voraussichtlich zwei Tage.

(muv/vst/sda)

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