Namen
Quelle: Andrea Caprez

Die Vielfalt von Namen verstehen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Namen einer Firma oder eines Projekts zu gestalten:

  • Basisname: Manchen Unternehmen genügt ein alltägliches Wort, das völlig neu besetzt wird (Apple).
  • Schachtelwort, Kunstname und Wortkombination: Andere generieren neuartige Wortkombinationen (Wordpress oder Youtube), ganze Kunstnamen (Tesa) oder greifen auf Schachtelwörter zurück (Wikipedia).
  • Verkürzung: Auch eignet sich das Prinzip der Verkürzung (Ebay) zur Namensentwicklung, dazu gehören auch Abkürzungen (UBS) oder die Beschreibung der Tätigkeit (Southwest Airlines).
  • Echter Name: Und in manchen Fällen wird der Firmenname aus dem Naheliegendsten gebildet, nämlich aus dem eigenen, echten Namen (Julius Bär).
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Quelle: Andrea Caprez

Wesenskern der Firma herausarbeiten

Die Entwicklung eines passenden Firmennamens gehört zum Branding dazu. Denn zum einen hat der Name grossen Einfluss auf zukünftige Strategien und ihre Erfolge, und zum anderen steht er repräsentativ für das, was das jeweilige Unternehmen ausmacht.

Um den geeigneten Namen zu finden, sollte erarbeitet werden:

  • Was ist das Alleinstellungsmerkmal?
  • Was ist der ganz konkrete Kundennutzen?
  • Welche Emotionen sollen mit dem Namen, mit der Idee, mit dem Projekt geweckt werden?

Wer einen Namen sucht, sollte zudem «gross denken». Denn der Name steht letztlich für eine Vision, die das Unternehmen verkörpert. Die Vision ist ein wesentlicher Aspekt der Markenbildung, da es darum geht, die Zielgruppe persönlich und emotional zu erreichen, ihren Alltag zu prägen und Werte zu symbolisieren.

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Quelle: Andrea Caprez

Begriffs-Brainstorming zur Ideensammlung

In diesem Schritt können die zuvor erarbeiteten Gedanken in Stichworten zu Papier gebracht werden – pro Begriff ein Post-it:

  • Welche Beschreibungen für das Unternehmen oder das Projekt gibt es?
  • Wie profitieren die Menschen?
  • Welche Tätigkeit steckt dahinter?
  • Wo ist der Firmensitz?

Die Post-its können dann als Mind-Map angeordnet und die wichtigsten Begriffe herausgearbeitet werden. Hier spielt die Kreativität eine grosse Rolle. Es empfiehlt sich auch, sich in der Gruppe auszutauschen, um so viele Ideen wie möglich zu sammeln. Ein sehr hilfreiches Online-Tool für diesen komplexen Prozess finden Sie unter Mindmeister.com.

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Quelle: Andrea Caprez

Kreatives Kombinieren mit Tools

Sobald die einzelnen Impulse und Ideen die Richtung vorgeben, geht es nun darum, den konkreten Namen zu gestalten. Hierfür eignen sich die eingangs beschriebenen Möglichkeiten derWortkombinationen sowie entsprechende Online-Tools.

Hier eine Auswahl der besten:

  • Namerobot ist das umfangreichste Tool (kostenpflichtig ab 30 Franken pro Woche).
  • Thenameinspector liefert weitere Strategien zur Namensfindung und informiert über Markennamen.
  • Nameboy generiert aus zwei Wörtern Kombinationsvorschläge und zeigt, für welche bereits die Domains vergeben sind.
  • Wordoid erfindet Wörter.
  • Visuwords setzt auf die bildliche Darstellung.
  • Auch Tineye und Gettyimages sind gut für die visuelle Inspiration.
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Quelle: Andrea Caprez

Langfristige Ziele mitdenken

Für den passenden Firmennamen ist es relevant, bereits zu Beginn mögliche langfristige Entwicklungen und Ziele zu antizipieren:

  • Dabei sollte beachtet werden, wer hinter dem Unternehmen steht – vor allem, wenn der Name des Gründers als Firmenname angedacht ist – und ob das so bleibt.
  • Ebenso relevant ist es, ob sich das Unternehmen nur auf dem Schweizer oder auch auf den internationalen Markt bezieht, denn das betrifft nicht nur die Domain-Endung (zum Beispiel ch/com), sondern auch die Frage, ob der Name im Ausland verständlich ist.
  • Für den Markenaufbau ist ein Fantasiename von Vorteil, da er flexibel mit dem Unternehmen mitwachsen kann – für zeitlich begrenzte und überschaubare Projekte dagegen bietet es sich an, Keywords im Namen zu integrieren; die Zielgruppe weiss dann sofort, worum es sich beim Angebot handelt.
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Quelle: Andrea Caprez

Lieblingsname prüfen

Wer bestimmte Favoriten gefunden hat, kann seine Auswahl mit diesen Fragen noch einmal prüfen:

  • Besteht genügend Abgrenzung zu anderen Namen oder hat er Ähnlichkeiten mit Mitbewerbern?
  • Besteht der Bezug zur eigenen Marke?
  • Ist er für die Zielgruppe spannend und weckt Neugierde?
  • Versteht man den Namen ohne Fachwissen?
  • Ist er nicht zu lang? Es empfiehlt sich an dieser Stelle, das Feedback von anderen einzuholen (zum Beispiel über ein Trello-Board oder eine Online-Umfrage).

Sinnvoll kann es sein, Menschen zu befragen, die bisher noch nicht involviert waren, um ihren Erstkontakt mit dem Namen zu testen:

  • Was verbinden Sie mit den Topnamen?
  • Welche Assoziationen werden geweckt?

Nicht fehlen darf auch ein rechtlicher Check:

  • Gibt es Markenrechte?
  • Ist die Domain verfügbar?
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Quelle: Andrea Caprez

Name noch mal wirken lassen

Ist eine Domain frei verfügbar, sollte sie zeitnah registriert werden. Nach dem Prozess der Namensbildung ist es ratsam, etwas Zeit verstreichen zu lassen, um den gefunden Namen wirken zu lassen und folgende Fragen zu stellen:

  • Fühlt er sich auch nach einer Woche noch gut an?
  • Welche Bilder/Ideen entstehen für das weitere Branding?
  • Wie klingt der Name am Telefon?
  • Wie könnten Werbeanzeigen gestaltet werden?
  • Gelingt es, sich langfristig und gemeinsam im Team mit demNamen zu identifizieren?

Wer alle diese Fragen positiv beantworten kann, weiss, dass die Namensfindung erfolgreich abgeschlossen ist.