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Vaterschaftsurlaub
Diese Firmen machen Väter glücklich

Vater Baby

Fürsorge: Väter in der Schweiz haben keinen geregelten Anspruch auf einen Vaterschaftsurlaub.

Quelle: Getty Images/Westend61

Viele Schweizer Firmen offerieren Müttern und Vätern mehr Babypause, als das Gesetz verlangt. Wo es die meisten Tage zu holen gibt.

Corinna Clara Röttker
Von Corinna Clara Röttker
am 09.07.2019

Man hat den Eindruck, es findet ein Umdenken statt. Wenn auch sehr, sehr langsam. Zwei Wochen nach dem Entscheid des Ständerates für eine Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs auf zwei Wochen, tut sich auch in der Wirtschaft je länger je mehr etwas. So etwa bei Manor. Der Detailhandelskonzern gewährt frischgebackenen Vätern neu drei Wochen Vaterschaftsurlaub, nachdem sie bisher lediglich eine Woche erhalten haben.

 

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15 Tage Papi-Zeit. Immerhin. Das ist deutlich mehr als der Gesetzgeber vorsieht, für den eine Geburt aus der Sicht des Vaters ebenso sehr ins Gewicht fällt wie ein Umzug: Gerade mal einen Tag haben die Väter nach der Niederkunft Anspruch auf zusätzliche Zeit mit dem Neugeborenen.

Der Grund: Der bezahlte Urlaub für die jungen Väter, wie er in anderen europäischen Ländern längst üblich ist, gilt als zu teuer. Die direkten Kosten von zwei Wochen Papa-Zeit schätzt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) auf rund 230 Millionen Franken. Bei Müttern liegt der gesetzlich vorgeschriebene Mutterschaftsurlaub bei immerhin 14 Wochen.

Firmen sind unterschiedlich grosszügig

Trotz der Kosten tasten sich immer mehr Grosskonzerne und Firmen an eine mehrmonatige Elternzeit heran. Die geringen Vorgaben auf Gesetzesseite führen dazu, dass viele Unternehmen eigene Bestimmungungen hinsichtlich Vater- und Mutterschaftsurlaub haben.

Ihre Grosszügigkeit schwankt dabei jedoch gewaltig. Während Migros, Coop, Swisscom und Zurich wie Manor ebenfalls einen 15-tägigen bezahlten Vaterschaftsurlaub anbieten, sind es bei Novartis ganze 90 Tage – bei voller Bezahlung. Der Phamakonzern gewährt damit «nicht-gebärende Elternteilen» eine genauso lange Auszeit wie Müttern.

Andere Firmen zeigen sich da deutlich knausriger, wie etwa Nestlé. Fünf Tage können Väter, die beim Lebensmittel-Multi arbeiten, bei Töchterchen oder Sohnemann bleiben, ebenso viel bzw. wenig wie beim Warenprüfkonzern SGS, Stellenvermittler Adecco oder beim Stromkonzern Alpiq.

Familienfreundliche Angebote

Doch die Angebote der Firmen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Vater- und Mutterschaftsurlaubes voneinander, sondern auch in den Optionen, die für Eltern langfristig interessant sind. Bei ausgewählten Unternehmen und SMI-Konzernen nachgefragt, zeigt sich: Fast alle der Befragten bieten flexible Arbeitsmodelle an wie Job-Sharing, Teilzeitarbeit und Homeoffice sowie die Möglichkeit eines unbezahlten Urlaubes. Manche Firmen unterstützen überdies bei der Organisation der Kinderbetreuung. So übernehmen LafargeHolcim, die Post und der Versicherer Zurich zum Beispiel anteilig die Betreuungskosten.

Eine Übersicht über die Angebote von Schweizer Firmen sehen Sie in der Bildergalerie:

 

So familienfreundlich sind Schweizer Firmen

View of the trading floor of UBS bank on Europastrasse in Opfikon in the canton of Zurich, Switzerland, pictured on October 3, 2012. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)Blick in den Trading Floor der UBS an der Europastrasse in Opfikon ZH, aufgenommen am 3. Oktober 2012. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)
Sitz der Zurich an der Zuercher Austrasse am Dienstag, 11. Maerz 2014. Der Versicherungskonzern Zurich baut bis zu 800 Stellen ab. Derzeit zaehlt der Versicherungskonzern ueber 55'000 Angestellte. Wie viele Stellen in der Schweiz abgebaut werden, gab Zurich noch nicht bekannt. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Offices in the building Swiss Re Next, the main building of reinsurance company Swiss Re in Zurich, Switzerland, pictured on May 29, 2018. Swiss Re Next by architectural firm Diener and Diener was completed in 2017 and the reinsurance company is planning more new buildings as well as renovations of its existing buildings for its corporate headquarters "Campus Mythenquai", thus centralizing its offices for all of Switzerland’s Swiss Re employees. (KEYSTONE/Christian Beutler)
An employee prepares a maintenance at the aircraft maintenance center at Zurich Airport in Kloten in the Canton of Zurich, Switzerland, pictured on July 22, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Employees work on their laptops in the canteen of the headquarters of staffing firm Adecco Group in Zurich, Switzerland, on September 15, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Mitarbeiter arbeiten an Laptops in der Kantine am Hauptsitz des Personaldienstleisters Adecco Group, aufgenommen am 15. September 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
An undated company handout photo from Swiss pharmaceutical concern Roche Products shows a worker supervising the package of the Tamifu, the drug that combats the effects of bird flu in humans. The bird flu virus is spreading westwards across Russia it emerged Wednesday 19 October 2005, as Russian scientists confirmed that tests on poultry from the province of Tula, south of Moscow, had revealed the presence of the deadly H5N1 strain of the virus. (KEYSTONE/EPA/ROCHE/Str) === HANDOUT, ===
The reception of the headquarters of the insurance company Swiss Life on General-Guisan-Quai in Zurich, Switzerland, pictured on June 28, 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally) Der Empfang im Hauptsitze der Versicherungsgesellschaft Swisslife am General-Guisan-Quai in Zuerich, aufgenommen am 28. Juni 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
The cashier hands over the receipt to the customer, pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Die Kassierin haendigt dem Kunden die Kaufquittung aus, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. (KEYSTONE/Gaetan Bally))
A branch of retailer Coop at the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Die Filiale des Detailhaendlers Coop im Einkaufszentrum Seewen Markt, aufgenommen am 15. Mai 2018 in Seewen, Kanton Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Kunden waehrend der offiziellen Eroeffnung des neuen Manor Store, am Donnerstag, 25. April 2019 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
ABB
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Roche 

Bezahlter Mutterschaftsurlaub: 90 Tage
Bezahlter Vaterschaftsurlaub: 6 Tage
Sonstiges: Roche bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten. Konkret beinhaltet das Teilzeitmodelle, Jobsharing oder die Möglichkeit zum Home Office. Temporäre Anpassungen des Arbeitsvolumens oder von Verantwortlichkeiten gehören ebenso in den Massnahmenkatalog.

Quelle: Keystone