Die deutsche Unternehmerin Madeleine Schickedanz ist zwar immer noch Hauptaktionärin des aus Quelle, Karstadt und diversen Fusionen entstandenen Unternehmens Arcandor, doch eine Milliardärin ist sie nicht mehr. Im Gegenteil: seit dem Beginn des Insolvenzverfahren der Arcandor AG im Jahr 2009, geht es auch für die Quelle-Erbin bergab.

Sie verklagte im Mai 2012 ihre frühere Hausbank, Sal. Oppenheim, die inzwischen zur Deutschen Bank gehört, und ihren ehemaligen Vermögensberater Josef Esch auf stolze 1,9 Milliarden Euro Schadensersatz. Vor Gericht behauptete die heute 73-Jährige, dass ihr Vertrauen ausgenutzt und ihr Geld zu riskant angelegt wurde.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit

Kurz bevor das Urteil fallen sollte, konnten sich Schickedanz und die Angeklagten laut einem Medienbericht wohl doch noch auf einen Vergleich einigen. Aber die erhofften Milliarden bleiben offenbar aus.

Vor Gericht zeigte sich Schickedanz Beobachtern zufolge als ahnungslose ältere Frau, die von ihrem Ex-Berater ausgenutzt wurde. Doch die Richter hatten offenbar Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Mitte Dezember sagte Richter Stefan Sinbartl vor dem Kölner Landgericht: «Es bleiben Restzweifel.»

Wie der «Spiegel» berichtet, teilte der Anwalt von Schickedanz, Andreas Ringstmeier, dem Gericht mit, sie habe mit der Bank eine «aussergerichtliche Einigung» abgeschlossen und «sämtliche Ansprüche und Rechte», die Schickedanz «zustehen könnten», seien damit «endgültig und unwiderruflich abgegolten und erledigt».

Niederlage für die Quelle-Erbin

Ihre Vorwürfe habe sie zurückgenommen, hiess es in einem Schreiben des Anwalts. Sie nehme «Abstand von der Behauptung», die Bank habe Schickedanz' «Vermögen, Namen und Person dazu benutzt, sich durch Schein- und Umgehungsgeschäfte Profite zu verschaffen». Darüber hinaus verzichte «die Klägerin auf eine Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreits.»

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Nach Angaben des «Spiegel» sollen von ihrem ehemaligen Milliardenvermögen nun «nur noch» rund 40 Millionen Euro übrig sein. Madeleine Schickedanz sowie ihr Anwalt Ringstmeier waren nicht für eine sofortige Stellungnahme erreichbar.

Madeleine Schickedanz ist zum dritten Mal verheiratet und hat vier Kinder. Eine ihrer Töchter bekam Krebs - und besiegte ihn. Schickedanz gründete daraufhin eine Stiftung für Kinder-Krebs.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Von der Milliardärin zur Bittstellerin: Der tiefe Fall einer deutschen Unternehmerin