Urs Schwaller rekrutiert neuerdings Personal für die Schweizergarde im Vatikan. Der Präsident der Schweizerischen Post ist – zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Jean-Pierre Roth – jüngstes Mitglied der Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde. Das zeigt ein Eintrag im Handelsregister.

Schwaller nimmt damit Einsitz in einen äusserst prominent besetzten Stiftungsrat. Präsidiert wird das Gremium von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin. Zum erlauchten Kreis gehören auch der Zürcher Finanzfachmann Imad Hatem, der Berner Medizinprofessor Philippe Jaeger, der einstige Wegelin-Boss Konrad Hummler und der Ex-Novartis-Lenker Daniel Vasella. Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz und der Gardekommandant sind von Amtes wegen dabei.

Hilfe bei der Rekrutierung

Die Stiftung wurde vor 16 Jahren ins Leben gerufen. Zahlreiche Stiftungsräte sind seither Teil des Gremiums, andere haben sich zurückgezogen. Zu den Gründungsmitgliedern, die heute nicht mehr dabei sind, gehören der Financier Stephan Schmidheiny und ein weiterer Alt-Bundesrat – nämlich Flavio Cotti.

Aufgabe der Stiftung ist unter anderem die Rekrutierung neuer Gardisten. Der Stiftungsrat prüfe und genehmige die einzelnen Beitragsgesuche, heisst es auf der Homepage. Dafür arbeite man eng mit dem Kommando der Päpstlichen Schweizergarde zusammen. Ausserdem hat sich die Stiftung um Ziel gesetzt, all das zu ermöglichen, was im vatikanischen Budget für die Schweizergarde zu kurz kommt. Hilfe bei der Wiedereingliederung der abtretenden Gardisten zum Beispiel. Das jährliche Budget summiert sich auf rund 150'000 Franken.

Farbenfrohes «Aushängeschild»

Seit mehr als 500 Jahren bewacht die Schweizergarde den Papst und den Vatikan. Die farbenprächtigen Soldaten gehören zu Roms meistfotografierten Sujets. Erst im Mai wurden rund zwei Dutzend neue Gardisten vereidigt. Anwesend war auch Bundespräsident Schneider-Ammann, der die Gardisten als «Aushängeschild der Schweiz» lobte.

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Das 110-köpfige Heer ist die kleinste Armee der Welt und die einzige militärische Formation des Heiligen Stuhls. Die Aufnahmekriterien sind streng: Man muss Schweizer Bürger unter 30 Jahren sein, ausserdem ledig, gut beleumundet, physisch und psychisch belastbar und mindestens 1,74 Meter gross. Eine abgeschlossene Rekrutenschule und Berufslehre sind Pflicht. Über allem thront ein Bekenntnis zur römisch-katholischen Kirche. Der Vatikan finanziert Sold (rund 1300 Euro), Unterkunft und Weiterbildung.