1. Home
  2. Management
  3. So setzen Sie Ihren Arbeitsplatz ins richtige Licht

Beleuchtung
So setzen Sie Ihren Arbeitsplatz ins richtige Licht

Das richtige Licht hilft nicht nur Näherinnnen. Bild: Hersteller

Zu einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz gehört ein angenehmes, blendfreies Licht. Das gilt insbesondere für Arbeitsplätze am Bildschirm.

Von Katrin Bachofen
am 12.09.2014

Mehr als 80 Prozent sämtlicher Sinneseindrücke nehmen wir über unsere Augen wahr. Eine angenehme und funktionelle Beleuchtung ist für unser Wohlbefinden deshalb enorm wichtig. Wenn die Beleuchtung am Arbeitsplatz mangelhaft ist, kann das zu Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen führen. Das gilt ganz besonders für die Arbeit am Bildschirm.

Ideal für die Beleuchtung am Arbeitsplatz ist natürliches Tageslicht. Wenn immer möglich, sollte deshalb zunächst die Ausnutzung des Tageslichts optimiert werden. Etwa indem man zusätzliche Fenster einbauen lässt oder Bäume sowie Büsche entfernt, welche zu viel Licht schlucken.

Am Tageslicht orientieren

Eine ausgewogene Kombination von natürlichem Tageslicht mit künstlichen Lichtquellen hilft mit, einer Überlastung der Augen vorzubeugen. Zusätzliche künstliche Lichtquellen sollten sich am Lichtspektrum des Tageslichts orientieren, das vom menschlichen Auge als weiss interpretiert wird. Empfehlenswert ist neutral-weisses oder warm-weisses Licht mit einer Farbtemperatur im Bereich von 3300 bis 5300 Kelvin für Bildschirmarbeiten. Die entsprechenden Angaben finden sich auf der Verpackung der Leuchtmittel. Kalt-weisse Lichtquellen schaffen hingegen eine unfreundliche Arbeitsatmosphäre und sind deshalb nicht geeignet.

Wir verbringen viel Zeit in künstlich beleuchteten und oft viel zu dunklen Räumen. Die mittlere horizontale Beleuchtungsstärke sollte gemäss Fachleuten für Arbeitsbereiche mindestens 500 Lux und für Umgebungsbereiche mindestens 300 Lux betragen. Sie empfehlen, künstliche Lichtquellen bei der Arbeit auch tagsüber stets angeschaltet zu lassen. So vermeidet man, dass sich die Augen zu oft an unterschiedliche Helligkeiten (Bildschirmhelligkeit versus dunkler Raum) anpassen müssen.

Individuelle Bedürfnisse

Verschiedene Arbeitnehmer haben unterschiedliche Ansprüche an die Beleuchtungsstärke der Lampen. Da der Lichtbedarf mit zunehmendem Alter steigt, sollten Arbeitsplatzleuchten (Stehleuchten) in der Beleuchtungsstärke individuell einstellbar (dimmbar) und blendfrei sein. Eine weitere Möglichkeit sind zusätzliche Tischleuchten. Mit einer angepassten Arbeitsplatzanordnung oder mit lichtdämmenden oder -abweisenden Elementen wie Lärmschutzwänden oder Pflanzen lässt sich vermeiden, dass jüngere Mitarbeitende geblendet werden.

Lampen sollten auch nie direkt über dem Arbeitsplatz angebracht sein, da harte Schatten die Folge sind und das Licht ebenfalls blendet. Da (unbewusst) versucht wird, der Blendung auszuweichen, können Fehlhaltungen und Muskelverspannungen die Folge sein. Besser ist es, den Schreibtisch zwischen verschiedenen Lichtquellen zu positionieren, damit das Licht seitlich einfällt.

Einmal im Jahr Lampen überprüfen

Leuchtmittel sollten regelmässig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden, da sie mit der Zeit altern, verschmutzen und dadurch an Leuchtkraft verlieren. Zumindest einmal pro Jahr sollten sämt­liche Lampen im Büro mit einem Luxmeter auf ihre Funktionalität überprüft werden. Verliert ein Leuchtmittel an Helligkeit, ist das ein schleichender Prozess, der vom menschlichen Auge oft zu spät festgestellt wird. Auch flimmernde und defekte Leuchten sollte man umgehend auswechseln.

Leuchtdioden gelten mittlerweile in allen Bereichen als Lichtquelle der Zukunft. Diese LED-Leuchten sind langlebig, lichtstark, verfügen über eine hohe Schaltfestigkeit und ihr flackerfreies Licht ver­ringert Ermüdungserscheinungen. Auch wurden sie punkto Effizienz und Lichtfarbe in den letzten Jahren immer mehr ­verbessert. Im Gegensatz dazu haben die nach dem Ende der Glühbirne anfäng­­lich gelobten Energiesparlampen etliche Nach­teile: Sie enthalten giftiges Quecksilber, sind weniger effizient und geben Farben nur unnatürlich wieder.

Neue Beleuchtungskonzepte

Leuchtdioden eröffnen aber auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Forscher haben sich in den letzten Jahren intensiv mit der Wirkung der Farben einer Lichtquelle befasst. Sie fanden beispielsweise heraus, dass blaues Licht, wie es von LED-Bildschirmen abstrahlt, die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt, also wach macht, und dass Licht mit einem hohen Rotanteil den Geist anregt. Die Lichtfarbe beeinflusst also unseren Stoffwechsel ebenso wie die Psyche, weshalb man sie auch einsetzen könnte, um unseren Biorhythmus zu unterstützen. Basierend auf diesen Erkenntnissen hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart neue Beleuchtungskonzepte für Büros entwickelt, etwa die dynamische Lichtdecke «Virtual Sky». Diese grossflächige Deckenbeleuchtung ist mit mehreren zehntausend Leuchtdioden bestückt. Das gibt den Büroangestellten das Gefühl, unter freiem Himmel zu sitzen und regt sie bei kreativen Arbeiten an. Darin sehen die Forscher ein nächstes grosses Ziel: Künstliches Licht intelligenter zu machen und es an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Das Auge wird stark gefordert

Bildschirmarbeitsplätze
Fehlerfreies und ermüdungsfreies Sehen hängt wesentlich vom Beleuchtungsniveau ab. Dieses wird durch die Beleuchtungsstärke (gemessen in Lux) bestimmt. Dabei gilt: Je schwieriger die Sehaufgabe, desto höher muss die Beleuchtungsstärke sein.

Für Büroräume gelten folgende Lux-Werte:

  • Raumbezogene Beleuchtung Mindest-Beleuchtungsstärke: 300 Lux;
  • Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung: 500 Lux;
  • Teilflächenbezogene Beleuchtung: 750 Lux.
  • Leuchtmittel sollten regelmässig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.
Anzeige