1. Home
  2. Management
  3. So viel verdient man als Chef in der Schweiz

Kaderlöhne
So viel verdient man als Chef in der Schweiz

Schweizer Franken
Geldregen für Schweizer Managerinnen und ManagerQuelle: Keystone

Werden Sie als Führungskraft fair bezahlt? Die grösste Gehaltstudie der Schweiz gibt Antworten für alle Funktionen.

Von Stefan Mair
am 21.06.2018

Die Schweiz ist für Managerinnen und Manager immer noch ein Land mit sehr attraktiven Löhnen. Aber die Bäume wachsen auf Kaderebene schon lange nicht mehr in den Himmel. Vor allem die Lohnzuwächse sind seit vielen Jahren mehr als bescheiden und liegen in diesem Jahr mit 0,74 Prozent durchschnittlichem Zuwachs auf dem tiefsten Wert im Zeitraum von zehn Jahren. Das zeigt die Kadersalärstudie der Beratungsfirma Kienbaum, die in Kooperation mit der «Handelszeitung» erstellt wurde.

Ein hübsches Salär von mehr als 200 000 Franken lässt sich immer noch als Leiter des Rechnungswesens, Marketingchef, Chef-Controller oder auch als Leiter der Rechtsabteilung erzielen. Personalentwickler, Immobilienmanager, Logistik- oder Laborchefs hingegen liegen deutlich ­unter der 200 000er Marke. Wer in die Geschäftsführung aufsteigt, kommt verlässlich in die Nähe der 300 000 Franken pro Jahr. Die Vorsitzenden der Geschäftsleitung, deren Lohn für die Studie geprüft wurde, kommen schon auf knapp 400 000 Franken.

Attraktive Kaderpläne

Beim Branchenüberblick sind die Versicherer auch in diesem Jahr ein Garant für einen überdurchschnittlichen Lohn. Auch Banken und die Energiewirtschaft sorgen für weit überdurchschnittlich bezahlte Kader und meist auch sehr attraktive Boni-Systeme. Verliererbranchen sind Telekommunikation, Maschinenbau, Medien und Handel.

Erfreuliches Detail: Beim Thema Zusatz­leistungen steigt die Zahl der betriebsinternen Kinderkrippen minimal von 12 auf 16 Prozent an. Daraus ein stärkeres Bewusstsein der Firmen beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder mehr Rücksicht auf Forderungen von weib­lichen Managerinnen herauszulesen, wäre aber wohl überinterpretiert. Viele Schweizer Firmen (45 Prozent) besitzen einen attraktiven Kaderplan für die Vorsorge der Mitarbeiter, auch das Mobiltelefon zur kostenfreien privaten Nutzung und das Erste-Klasse-Ticket im Zug ist für die meisten Schweizer Führungskräfte noch Standard.
 

Anzeige
Regionale Unterschiede

Die Kadersalärstudie der Unternehmensbe­ratungsfirma Kienbaum und der «Handelszeitung» sorgt bereits zum 36. Mal in der Schweizer Lohndebatte für mehr Transparenz. Sie gibt einen fundierten Einblick in die Lohnstruktur der Schweizer Kader und greift dafür auf umfang­reiches Material zurück.
Für die diesjährige Studie wurden 46 Führungspositionen ausgewertet. Die Ergebnisse setzen sich zusammen aus der Erfassung von 15 191 Gehältern in mehr als 400 untersuchten Schweizer Firmen.

Lohnpolitik anpassen

Mithilfe der Daten ist es nicht nur möglich, strukturelle Schwankungen zu analysieren, sondern sie auch auf Dutzende Funktionen im Einzelnen herunterzubrechen und regionale Schwankungen, die eventuell in einem höheren oder niedrigeren Lohn resultieren, zu berücksichtigen. Mit der Abstufung jeder Position auf vier Ebenen, von Top- bis unteres Management, ist die Treffsicherheit komplettiert und eine Feinkali­brierung der eigenen Lohnpolitik möglich.

Der Erwerb der gesamten Studie kostet 2100 Franken. Als Alternative dazu bietet das Compensation Portal Compact Schweiz ein Online-Tool, womit Nutzer Marktdatenanalysen über ihren eigenen Firmen-Account erstellen können und Zugriff zu allen untersuchten Funktionen haben (inklusive der ­Daten aus der Salärstudie «Spezialisten und Fachkräfte»). Der Preis beträgt 4700 Franken. Studienteilnehmer erhalten Rabatt. Weitere Informationen unte kienbaum.ch.

Die Löhne im Überblick