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Arbeitsplatz
Tabu-Sätze: Was Sie zu Ihrem Chef nie sagen sollten

Büro: Im Gespräch mit dem Chef ist so manches tabu.  Flickr

Im Umgang mit dem Boss gibt es viele Fettnäpfchen. Diese sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. Wenn Sie folgende Aussagen vermeiden, dann sind Sie auf gutem Wege.

Von Jacquelyn Smith
am 22.03.2016

Ehrlichkeit am Arbeitsplatz ist die simpelste und beste Kommunikationsstrategie. Aber nicht alles, was Sie denken, müssen Sie Ihrem Chef brühwarm auftischen. Manche Aussagen oder Floskeln enttarnen Sie schneller, als Sie denken, als unmotiviert, wenig lösungsorientiert oder sogar faul. Deshalb vermeiden Sie folgende Sätze, auf die fast alle Chefs allergisch reagieren. Und Floskeln wie «Ich kann nicht» oder «Ich habe doch mein Bestes gegeben» können Sie auch so formulieren, dass sie sich nicht zum Kar­rieregift entwickeln.

«Ich kann nicht»

Nach Meinung von Rosalinda Oropeza Randall, einer Etikette- und Berufsberaterin, gibt dieser Satz gleich zwei fatale Signale: Erstens sind Sie nicht selbstbewusst und zweitens haben Sie kein Interesse, ­daran etwas zu ändern. Warum fragen Sie anstelle dieses Satzes nicht, wie es geht?

«Das gehört aber nicht zu ­meinem Jobprofil»

Keine Job-Description ist in Stein gemeisselt. Aufgabenprofile verändern sich mit der Zeit und vor allem, wenn Sie einen neuen Vorgesetzten bekommen. Das heisst nicht, dass Sie anfangen müssen, die Toilette zu putzen, aber sich ent­wickelnde und verändernde Funktionen gehören in der heutigen Jobwelt oft dazu.

«Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen»

Auch wenn Sie wirklich keine Ahnung haben, wovon Ihr Chef spricht, formulieren Sie es nicht so. Sagen Sie eher, dass Sie herausfinden werden, worum es sich ­handelt. Schulterzuckende Mitarbeiter sind ein Chef-Alptraum.

«Ich versuche es mal»

Die Gummiantwort im Büroalltag ist besonders unbeliebt, wenn es um kon­krete Deadlines und Abgabetermine geht. Geben Sie lieber eine realistische Einschätzung, ob Sie etwas in der vorgegebenen Zeit schaffen oder nicht, als danach zurückkrebsen zu müssen und Ihrem Chef noch mehr Arbeit aufzuhalsen.

«Das deckt sich aber nicht mit meinen Informationen»

Bitte spielen Sie keine Spielchen mit ­Ihren Vorgesetzten. Es ist nicht Ihre Auf­gabe, Informationssilos aufzubauen, die dann mühsam aufgebrochen werden müssen. Auch Gerüchte streuen, anheizen oder gar erfinden, sollte eigentlich für jeden motivierten Mitarbeiter ein absolutes Tabu sein. Besserwisserei ist ein No-Go.

«Ich habe doch mein Bestes ­gegeben»

Das Büro ist kein Ort, um Selbstmitleid auszuleben. Einen Fehler zu machen und dann zu sagen, man habe sein Bestes ­gegeben, ist die perfekte Vorlage für eine Kündigung. Offenbar bekommen Sie es selbst beim maximalen Einsatz nicht so hin, wie es Ihr Vorgesetzter sich wünscht. Besser, Sie sagen, dass Sie es das nächste Mal besser machen werden.

«Morgen bekommen Sie meine Kündigung»

Ständig herausposaunte Drohungen ­erzeugen genau das Gegenteil von dem, was Sie damit erreichen wollen. Ständig mit dem Absprung zu drohen, wirkt unpro­fessionell und provoziert bei Ihren Vor­gesetzten eine abwehrende Haltung. Konzessionen sind dann ausgeschlossen.

«Bei meiner letzten Stelle ­machten wir das anders»

Was tut das für das jetztige Problem zur Sache? Wenn Sie mit so einer Aussage kommen, erklären Sie genau, welchen ­Lösungsbeitrag Sie zu bieten haben. Verklärungen der Vergangenheit oder Refle­xionen über die eigene Karriere werden Sie nicht besonders beliebt machen.

«Das ist nicht meine Schuld, ­sondern die von X»

Steigen Sie nicht in das sogenannte «Blame Game» ein. Beginnen Sie nicht ­damit, Ihre Kollegen zu beschuldigen, wenn Sie einen Anteil an einem Fehler ­haben. Übernehmen Sie Verantwortung für ­Fehler und sagen Sie, was Sie nächstes Mal besser machen werden. Das erspart Ihrem Chef viel Zeit. Andersherum muss er erst einmal herausfinden, wer denn nun wen begründet oder unbegründet beschuldigt.

«Ihr Vorgänger hat das ein ­bisschen anders gemacht»

Wer mit so einem Satz kommt, meint ­eigentlich: Ihr Vorgänger hat das so gemacht, dass es für mich besser war. Sie können sicher sein, dass Ihr Vorgesetzter so einen Satz als Misstrauensvotum auffasst.

«Ich kann mit X nicht arbeiten»

Versuchen Sie Konflikte erst mit Kol­legen selbst zu klären und involvieren Sie Ihren Chef nicht in jeden Mini­-konflikt.

«Wie profitiere ich eigentlich von dieser ganzen Sache?»

Immer wieder wird es vorkommen, dass Sie für einen Kollegen einspringen oder eine bereichsübergreifende Aufgabe bekommen. Ständig Grenzen abzustecken und zu sagen, dass Sie den Nutzen für Ihre Karriere darin nicht erkennen, zeigt, dass Sie keine Teamfähigkeiten haben und ­zudem nicht wirklich loyal sind.

«Kann ich mit Ihrem Chef ­darüber sprechen»

Eine solche Aussage ist ein «No-win-Game.» Das Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten wird danach unrettbar erschüttert sein. Drohen Sie auch nicht ständig mit Beschwerden bei der Personalabteilung, sondern wenden Sie sich in begründeten Fällen diskret und konstruktiv an eine ­vermittelnde Stelle.

«Ich habe keine Lösung»

Warum genau soll Ihnen Ihr Chef in Zukunft noch zuhören, wenn Sie nur über Probleme, aber nie über Lösungen sprechen? Präsentieren Sie einen Lösungsansatz, auch wenn er nicht in jedem Detail ausgefeilt ist. Nichts schreckt Chefs mehr ab als Mitarbeiter, die mehr Probleme produzieren, als aus dem Weg schaffen.

«Warum verdient eigentlich X mehr als ich?»

Sie wollen mehr Geld? Sie wünschen sich eine Beförderung? Dann sagen Sie das Ihrem Chef. Aber lassen Sie Ihre Kollegen aus dem Spiel. Das wirkt unsouverän und unkollegial.

«Das ist unmöglich»

Werden Sie nicht zum Schwarzmaler. Wenn Sie Bedenken bezüglich einer Sache haben, dann äussern Sie diese und bitten Sie um einen Input, wie das Problem ­besser zu analysieren ist. Fatalismus, ­Negativismus und Untergangsszenarien werden Ihre Karriere mit Sicherheit ausbremsen.

«Ich bin ab morgen weg»

Wenn Sie mit Ihrem Chef über Urlaub und Abwesenheiten sprechen, macht der Ton die Musik. Sie müssen sich nicht wie ein Kind verhalten und sagen: «Darf ich bitte Montag bis Mittwoch freinehmen?» Formulieren Sie es professionell: «Ich habe geplant, von Montag bis Mittwoch freizunehmen, und ich wollte abklären, ob das für Sie o.k. ist?»

«Aber ich habe Ihnen doch ­alles letzte Woche gemailt»

Nur weil Sie Ihren Vorgesetzten eine E-Mail geschickt haben, heisst das nicht, dass Sie alle Verantwortung für eine ­Sache abgegeben haben. Nichts finden Chefs schlimmer als die Einstellung «Out of my Outbox, out of my Mind». Halten Sie offene Problemfelder ständig auf dem Schirm und delegieren Sie nicht ­alles nach oben in Richtung Ihres Chefs.

«Ich möchte Sie mit Person X bekannt machen»

In einer lockeren Startup-Atmosphäre mag so ein Satz noch akzeptabel sein. Aber spielen Sie bitte nicht Matchmaker für Ihren Vorgesetzten oder arrangieren Sie ohne seine Zustimmung irgendwelche Geschäftstermine, nur weil Sie glauben, dass das für ihn oder sie relevant ist.

Falls Sie gerade eine neue Herausforderung suchen, können Ihnen diese Fragen im Bewerbungsgespräch helfen:
 
Dieser Artikel ist zuerst auf businessinsider.com unter dem Titel «Things you should never say to your boss» erschienen.
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