Anlegerinnen und Anleger fragen sich: Wird Russland nach Beendigung der Wartungsarbeiten der Pipeline Nord Stream 1 den Gashahn wieder aufdrehen oder nicht? Über diese Leitung pumpt Russland Gas, insbesondere ins Nachbarland. Derzeit gibt es aber Fragezeichen. Denn eine Turbine für den Betrieb der Leitung soll in Kanada blockiert sein wegen Sanktionen, und da ist auch eine Klage der Ukraine, die eine Sonderbewilligung der kanadischen Regierung für die Lieferung der Turbine vor dem obersten Gericht in Kanada angefochten hat.  

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Sollte die Pipeline leer bleiben, hätte das für die Gasversorgung und damit die Wirtschaft, insbesondere bei den Nachbarn, aber auch in Gesamteuropa, schwerwiegende Folgen. Besonders betroffen wäre dann unter anderem die Chemieindustrie in Deutschland. Eine BASF etwa hat seit Ausbruch des Kriegs bereits rund 40 Prozent an Wert verloren.

Börsianer haben einen Ausfall von Gas aus Russland zu einem guten Teil eingepreist. Auch wenn der DAX-Konzern nicht nur in Deutschland produziert und möglicherweise zumindest teilweise abgesichert ist, das Unternehmen benötigt für seine Produktion jede Menge Gas. Sollte der Energieträger nach Ende der Wartungsarbeiten nicht mehr kommen, würde das die Aktie wahrscheinlich weiter in den Keller treiben.  
 

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Wenn Gas aber vielleicht bereits am Donnerstag wieder aus der Pipeline fliesst, dürfte das BASF kräftig antreiben. Immerhin hat die Aktie gestern einen schönen Rebound von der Unterstützung bei 40 Euro hingelegt. Zudem besteht angesichts der aktuellen Konjunktursorgen und nicht zu vergessen auch der aktuellen Regierungskrise in Italien eine Chance, dass die Europäische Zentralbank möglicherweise am Donnerstag wider Erwarten keinen Zinsschritt wagen wird.

Die Inflation im Euro-Raum ist rekordhoch und die Meinung in der Politik lautet: Da müssen die Zinsen steigen. Manche erwarten einen Zinsschritt um 50, andere um 25 Basispunkte nach oben.  

Kommt es anders, würde das Rückenwind für den gesamten Aktienmarkt bedeuten. Wir nehmen BASF deshalb auf die Watchlist. Sollte der Gasbetrieb in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden, steigen wir bei Bekanntgabe der Meldung mit einem Call (ISIN: DE000SB7QTA7, Knock-out und Basis je rund 34,025 Euro, Hebel 5,0, Laufzeit endlos) ein. Wir schaffen die erforderliche Liquidität durch Verkauf des Calls auf Amazon.

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