Die Bank von England (BoE) schiebt die an den Finanzmärkten erwartete Zinswende noch etwas auf. Die Währungshüter um Notenbankchef Andrew Bailey beliessen den Leitzins am Donnerstag bei 0,1 Prozent. Die Entscheidung fiel im geldpolitischen Ausschuss mit sieben zu zwei Stimmen aus. Bailey hatte jüngst signalisiert, dass die Notenbank angesichts der erhöhten Inflationsgefahr für eine Erhöhung bereitstehe.

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Doch diese blieb nun aus, obwohl die Inflation mit zuletzt 3,1 Prozent weit über das Ziel der Notenbank hinausgeschossen ist, die einen Wert von 2 Prozent anstrebt. Doch signalisierten die Währungshüter zugleich, dass eine Erhöhung «in den kommenden Monaten» nötig werden könnte, falls sich der Arbeitsmarkt und andere Konjunkturbereiche wie erwartet entwickeln sollten.

Die Währungshüter wiesen darauf hin, dass sie zunächst den Arbeitsmarktbericht nach der unlängst ausgelaufenen Kurzarbeiterregelung abwarten wollten, bevor sie eine Straffung der Geldpolitik ins Auge fassen könnten. Die Regelung, die der deutschen ähnelt, war am 30. September ausgelaufen. Das Statistikamt schätzt, dass Ende September noch zwischen 900’000 und 1,4 Millionen Beschäftigte davon Gebrauch gemacht haben, davon bis zu 700’000 in Vollzeit.

4,8 Prozent Inflation im zweiten Quartal 2022

Die BoE geht davon aus, dass die Teuerungsrate noch weiter steigen wird. Ihren Höhepunkt dürfte sie demnach im zweiten Quartal 2022 mit 4,8 Prozent erreichen. Angetrieben werden die Preise unter anderem durch die Erholung nach dem kräftigen Konjunktureinbruch in der Corona-Krise und durch Lieferengpässe. Diese setzen der Wirtschaft immer stärker zu. Die Währungshüter entschieden nun, am Volumen ihres laufenden Wertpapierkaufprogramms von 895 Milliarden Pfund (etwa 1,1 Billionen Franken) zur Stützung der Konjunktur festzuhalten.

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