In den USA ist die Wirtschaft der Notenbank Federal Reserve (Fed) zufolge zuletzt in einem mässigen Tempo gewachsen. Der Inflationsdruck bleibe hoch, und für die Arbeitgeber sei es weiterhin schwer, Personal zu finden, teilte die US-Notenbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht «Beige Book» mit.

Die befragten Unternehmen erwarten laut dem Bericht, der auf Wirtschaftskontakten aus den Regionen fusst, zusätzliche Preissteigerungen in den nächsten Monaten, da sie die höheren Vorleistungskosten weiterreichten. Die Verbraucherausgaben seien im Allgemeinen niedriger als jene im vorherigen Bericht. Lieferkettenprobleme und geringere Lagerbestände beschränkten das Wirtschaftswachstum.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Überraschende Konsumlust

Die Wirtschaft ist Ende 2021 mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von aufs Jahr hochgerechnet 7,0 Prozent noch stärker gewachsen als gedacht. Und die Bürgerinnen und Bürger sind trotz rasant steigender Preise mit überraschender Konsumlust ins Jahr gestartet. Die Teuerungsrate ist im Januar mit 7,5 Prozent auf ein 40-Jahre-Hoch gestiegen. Dies raubt den Amerikanern und Amerikanerinnen Kaufkraft, da die Löhne mit der Inflation nicht Schritt halten.

Die Fed, die einen Wert von 2,0 Prozent anstrebt, hat eine Zinswende für den laufenden Monat signalisiert. Mit einer Serie weiterer geldpolitischer Schritte nach oben wird sie voraussichtlich versuchen, dem starken Preisauftrieb entgegenzuwirken. Die Lage in der Ukraine könnte der US-Währungshüterin Loretta Mester zufolge die Inflation weiter hochtreiben und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Dies erschwere die Arbeit der Notenbank, sagte die Chefin des Fed-Bezirks Cleveland jüngst.

Jerome Powell bestätigt Zinswende

Die US-Notenbank Fed will trotz der noch nicht absehbaren Folgen des Ukraine-Krieges die avisierte Zinswende diesen Monat aller Voraussicht nach einleiten, wie Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch bei einer Kongressanhörung erklärte. Der Krieg in der Ukraine lasse den Ausblick aber hochgradig unsicher erscheinen.

(reuters/gku)