Der Online-Sporthändler des österreichischen Milliardärs René Benko, die Berliner Signa Sports United, ist bislang ein Flop an der Börse. Seit dem Börsengang über eine Fusion mit dem Blankoscheck-Unternehmen Yucaipa des Investors Ron Burkle hat das Unternehmen ein Viertel seines Börsenwerts verloren.

Am Dienstag ging die Aktie an der New York Stock Exchange mit 7,43 Dollar aus dem Handel, verglichen mit einem Schlusskurs von 9,93 Dollar am Tag bevor die Fusion mit Yucaipa wirksam wurde. 

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Die drittschlechteste Aktie

Trotz des Anstiegs um 5% am Dienstag ist Signa Sports damit über diesen Zeitraum gerechnet der drittschlechteste Wert an der NYSE, zeigen Bloomberg-Daten. Der Börsenwert fiel um 836 Millionen Dollar. Der S&P 500 Index ist im selben Zeitraum um 0,3% gestiegen.

«Wir beurteilen den Börsengang nicht kurzfristig», erklärte ein Sprecher von Signa Sports. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns unser neuer Status als börsennotiertes Unternehmen mit einer breiten Aktionärsbasis langfristig zugutekommen wird.»

Bereits die Fusion mit dem Akquisitionsvehikel Yucaipa war nicht ganz wie erhofft gelaufen. Statt der geplanten 645 Millionen Dollar spülte der Deal nur 484 Millionen Dollar in die Kassen, da 92% der Yucaipa-Aktionäre lieber 10 Dollar Cash ausbezahlt bekommen wollten als in dem fusionierten Unternehmen investiert zu bleiben. 

 

«Ich wünschte, ich könnte noch 30 Jahre arbeiten»

Der frühere Migros-Manager Dieter Berninghaus ist jetzt für René Benkos Signa global unterwegs: ein Börsengang in New York, Immobilienzukäufe in Europa – und die Sanierung der Globus-Gruppe in der Schweiz. HZ+

Euphorie über SPACS ist verflogen

Aufgrund der schwindenden Begeisterung für Spacs passiert das derzeit allerdings bei vielen derartigen Transaktionen. Benkos Signa-Gruppe und die Private-Equity-Firma Bridgepoint, das den Online-Händler Wiggle an Signa Sports verkauft, sprangen ein und erhöhten ihren Zuschuss zu dem Börsengang.

«Es gibt einige gut dokumentierte technische Faktoren, die auf die erhöhten Rücknahmequoten zurückzuführen sind, die bei den jüngsten de-SPACs beobachtet wurden, teilweise aufgrund des Zeitpunkts der Registrierung der an die bestehenden ssU-Aktionäre und unsere PIPE-Anleger ausgegebenen Aktien. Wir arbeiten daran, diese Aktien so schnell wie möglich zu registrieren», sagte der Sprecher von Signa Sports.

Benko steuert den Detailhandel von Zürich aus

Benko ist vor allem als Warenhaus-Besitzer bekannt, ihm gehört nebst der Hälfte an Globus die deutsche Kettte Karstadt Kaufhof und weitere klingende Namen des Detailhandels. Er steuert sein Geschäfts-Imperium über seine Holding Signa in Wien und Innsbruck. Zürich ist Sitz der Sparte Signa Retail.

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(bloomberg/mbü)