Der Verwaltungsrat von Nestlé hat beschlossen, 22,26 Millionen L'Oréal-Aktien an den französischen Kosmetik-Konzern zu verkaufen. Der Preis liegt bei 400 Euro pro Aktie, der Gesamtkaufpreis erreicht also 8,9 Milliarden Euro beziehungsweise 9,3 Milliarden Franken.

L'Oréal wird die zurückgekauften Aktien ausser Kraft setzen. Nach der Transaktion wird Nestlé 20,1 Prozent von L'Oréal besitzen, Ende letzten Jahres war ein Anteil von 23,2 Prozent ausgewiesen worden. Die Strategie des französischen Unternehmens soll weiterhin uneingeschränkt unterstützt werden, so die Mitteilung aus Vevey. Nestlé behält auch seine beiden Sitze im Verwaltungsrat von L'Oréal.

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Nestlé ist seit 1974 stark involviert im grössten Kosmetikhersteller der Welt, baute aber das Engagement in den letzten Jahren tröpfchenweise ab. Die jetzige Beteiligung ist insgesamt gut 55 Milliarden Franken wert – dies bei einer Nestlé-Marktkapitalisierung von gut 340 Milliarden Franken. Das etwas «artfremde» Minderheits-Engagement des Nahrungsmittel- und Gesundheitskonzerns war aktivistischen Investoren immer wieder mal ein Dorn im Auge.

Noch ein Aktien-Rückkaufsprogramm

Zugleich entschied der Nestlé-Verwaltungsrat, das laufende Aktien-Rückkaufprogramm durch einen neuen Plan zu ersetzen. Er beginnt voraussichtlich im Januar 2022. Dabei will Nestlé bis 2024 eigene Aktien im Wert von 20 Milliarden Franken zurückkaufen.

In der Folge endet das laufende Aktien-Rückkaufsprogramm voraussichtlich Ende Jahr. Bislang hat Nestlé 120,3 Millionen seiner Aktien für einen Gesamtbetrag von 12,7 Milliarden Franken zurückgekauft.

Das Communiqué zum Abbau bei L'Oréal wird ergänzt durch den Kommentar, dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung «ihr Engagement (bekräftigen), in die Kerngeschäfte des Unternehmens im Bereich Nahrungsmittel, Getränke und Ernährungsmedizin zu investieren.» Sollten grössere Akquisitionen erfolgen, werde das neue Aktienrückkaufprogramm allenfalls angepasst. 

(rap)