Die Swisscom-Meldung des Tages ist der Abgang von Urs Schaeppi nach 23 Jahren im Unternehmen. Das überschattet fast, dass der Schweizer Telekomkonzern auch – gute – Geschäftszahlen vorgelegt hat: Im vergangenen Jahr hat er mehr umgesetzt und deutlich mehr verdient.

Operativ konnte die Swisscom die Erwartungen des Marktes leicht übertreffen. Insgesamt stieg der Umsatz um 0,7 Prozent auf 11,18 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) verbesserte sich um 2,2 Prozent auf 4,48 Milliarden Franken. Unter dem Strich erzielte die Swisscom einen Reingewinn von 1,83 Milliarden Franken. Das sind 20 Prozent mehr als vor einem Jahr.

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Das erklärt sich allerdings auch stark aus Sonderfaktoren: Hauptgrund für den jetzigen Gewinnsprung ist die Aufwertung einer Beteiligung von Fastweb in Höhe von 169 Millionen Franken. Zudem brachte ein Verkauf eines Firmenanteils in Belgien einen Gewinn von 38 Millionen Franken ein. Hinzu kam ein Einmalertrag von 60 Millionen aus einer Anpassung bei der Pensionskasse.

Was Swisscom für 2022 erwartet

Nun gibt die Swisscom erstmals Ziele für das Gesamtjahr 2022 bekannt. Beim Umsatz erwartet der Konzern ein Ergebnis von 11,1 bis 11,2 Milliarden Franken. Der Ebitda soll rund 4,4 Milliarden Franken erreichen und die Investitionen rund 2,3 Milliarden Franken. Die Dividende bleibt bei 22 Franken, wenn die Ziele erfüllt werden.

Wie bereits angekündigt, beabsichtigt die Swisscom – wie in den Vorjahren auch 2022 –, die Kostenbasis um rund 100 Millionen Franken zu senken. Realisiert werden die Einsparungen hauptsächlich über vereinfachte Arbeitsabläufe, effizientere Systeme und eine Reduktion der Arbeitsstellen.

Knapp 16’000 Stellen

Neue Arbeitsplätze würden dagegen in Wachstumsbereichen wie im IT-Lösungsgeschäft geschaffen. «Insgesamt rechnet die Swisscom für 2022, abhängig von der Marktentwicklung, mit einem stabilen Stellenangebot in der Schweiz», hiess es. Ende 2021 hatte die Swisscom 15’882 Vollzeitstellen hierzulande.

Derweil droht die Swisscom nach einer Verfügung der Eidgenössischen Wettbewerbskommission mit der Kürzung ihrer Pläne für den Ausbau des Glasfasernetzes. Sie hat eigentlich das Ziel, die Zahl der Glasfaseranschlüsse bis 2025 von einem Drittel der Haushalte und Geschäfte um 1,5 Millionen auf rund 60 Prozent zu erhöhen.

Der von den Behörden verordnete Ausbau wäre deutlich teurer und würde die geplante Abdeckung von rund 60 auf 50 Prozent reduzieren, schrieb der Konzern. «Das ursprüngliche Ausbauziel, bis 2025 rund 1,5 Millionen Glasfaseranschlüsse zu bauen, würde damit um einen Drittel oder rund 500’000 Wohnungen und Geschäfte verringert.»

Denn es gäbe massive Mehrkosten für die Bauweise mit vier Fasern statt einer Glasfaser-Zuleitung von der Telefonzentrale bis zum Strassenschacht vor allem in ländlichen und dünn besiedelten Gebieten.

(AWP, rap)