Aktien von US-Zahlungsabwicklern geraten nach der Einstellung des Geschäftes in Russland vorbörslich unter Druck. Titel des Kreditkartenanbieters American Express verlieren 2,6 Prozent. Visa, Mastercard und PayPal fallen zwischen 1,1 und 1,9 Prozent, nachdem sich die Firmen aufgrund des Krieges gegen die Ukraine zurückgezogen haben.

SMI macht Boden gut und grenzt Verluste ein

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am frühen Montagnachmittag von den grossen Verlusten am Morgen etwas erholt und notiert "nur" noch knapp 1,5 Prozent im Minus. Händler verweisen auf Äusserungen seitens Russland, wonach das Land seine Bedingungen an die Ukraine für einen Waffenstillstand etwas gemildert hat.

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Der SMI notiert um 13.45 Uhr noch 1,9 Prozent tiefer bei 11'088 Punkten. Im Tief war der wichtigste Schweizer Aktienindex am Montag mit 10'871 Zählern deutlich unter die Marke von 11'000 Punkten gefallen. Etwas entspannt hat sich die Lage auch an den europäischen Börse, wo der Dax in Frankfurt noch 1,5 Prozent oder der Cac 40 in Paris 1,3 Prozent verlieren nach Abgaben von zuvor 3 Prozent und mehr.

Auch die Futures auf den US Dow Jones haben sich nach Mittag im Vorfeld dem Handelsstart in New York innert kurzer Zeit um 400 Punkte erholt, was auch den hiesigen Märkten helfe, wie es heisst. Nicht zuletzt hat sich auch das EUR/CHF-Währungspaar mit 1,0067 wieder etwas von der Parität lösen können.

«Die jüngsten Forderungen Russlands an die Ukraine kommen weniger harsch daher als gedacht«, sagte ein Händler. Gefordert werde eine Anpassung der Verfassung, dass die Ukraine keinem Militärbündnis beitrete, dass die Krim russisch werde und die Ukraine Donetsk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkenne. Das seien klar weniger weit gehende Forderungen im Vergleich zu vor ein paar Tagen.

ÖL hemmt Wirtschaftswachstum

Die steigenden Ölpreise schüren Befürchtungen, dass die hohe Inflation das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen wird. Der Stoxx Europe 600 verliert bis zu 3,8 Prozent, Dax und CAC bis zu 5 Prozent. Die Differenz zu den Höchststanden ist nun mehr als 20 Prozent.

Europäische Aktien waren schon vor der Eskalation in Osteuropa durch Inflationssorgen und die Erwartung einer restriktiveren Notenbankpolitik gedrückt worden. Der Anstieg der Rohstoffpreise verstärkt die Inflationssorgen nun. Profitieren können die europäischen Erdöl- und Grundstoffaktien. Der Grundstoff-Subindex stieg um 2,1 Prozent, während der Öl- und Gasindex um 2,3 Prozent zulegte.

In Deutschland klettern K+S um bis zu 4,4 Prozent. Palladium schoss auf ein neues Allzeithoch und baute seinen diesjährigen Anstieg auf 76 Prozent aus.

(sda/bloomberg/ise/tdr)