Die Credit Suisse kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach reichlich Problemen in den letzten Jahren kommt nun die mögliche Zerschlagung des Investmentgeschäfts dazu. Ein Rückzug aus diesem Business insbesondere in den USA wäre mit hohen Abschreibungen und dem Abbau von Tausenden von Stellen verbunden. Würde sich das mittelfristig für das Geldhaus am Paradeplatz auszahlen, so ist kurzfristig die Unsicherheit gestiegen.

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Auf jeden Fall kamen Gerüchte zur Einstellung des Investmentbankings an der Börse nicht gut an, die Aktie ist jetzt unter die psychologische Marke von 5,0 Franken gefallen und droht auch noch aus dem Abwärtstrend nach unten abzustürzen. Wir steigen beim Call auf das SMI-Mitglied aus.

Handelszeitung Portfolio

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im «Handelszeitung»-Portfolio.

Weniger weltbewegend, jedoch für konservative Anlegerinnen und Anleger mehr als spannend ist dagegen OMV. Der österreichische Energiekonzern läuft mit Ausnahme der Kursdelle im ersten Corona-Jahr 2020 seit sechs Jahren in einer Trading-Range zwischen 40 und 55 Euro. Kursrisiken scheinen damit mehr als überschaubar.

Der Einstieg ist dabei aktuell mehr als vielversprechend, denn das ATX-Mitglied ist im Juni und Juli wieder auf die untere Begrenzungslinie der Handelsspanne zurückgefallen. Da OMV das gleiche Kursmuster seit 2017 zeigt und in dem Zeitraum bereits etwa ein Dutzend Mal von der Unterstützung um 40 Euro wieder nach oben drehen konnte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Titel auch diesmal schnell oder aber bald wieder von der unteren Begrenzungslinie nach oben dreht.

Die Kursrisiken scheinen dabei nicht nur wegen der signifikanten Handelsspanne relativ gering, sondern auch aus fundamentaler Sicht. Denn OMV notiert jetzt nur noch im Bereich des Eigenkapitals von etwa 40 Euro je Aktie. Bei einem solide geführten Unternehmen, das obendrein mit einem einstelligen KGV bewertet ist, sollte der Buchwert in etwa auch die Kursuntergrenze sein.

Wir kaufen aber nicht direkt die Aktie für 41,50 Euro, sondern greifen zu einem Discount-Zertifikat auf OMV.

Den Discounter gibt es mit einem Abschlag zum OMV-Kurs von 15 Prozent, aktuell für rund 36 Euro. Sollte OMV bis zum Ende der Laufzeit des Produkts in einem Jahr bei 41,50 Euro notieren, bringt die Aktie keinen Gewinn, das Zertifikat dagegen aber rund 15 Prozent. Sollte OMV wieder auf die obere Begrenzungslinie der Trading-Range von etwa 50 Euro steigen, sind zwar mit der Aktie mehr, etwa 20 Prozent, drin, aber dafür ist eben auch ein Kursanstieg erforderlich.

Mit dem Zertifikat dagegen verdienen Anlegende auch, wenn mit der Aktie nichts passiert. Sollte diese jedoch fallen, hat der Aktionär oder die Aktionärin mit jedem Cent Kursverlust, das Zertifikat dagegen hat einen Puffer bis zum aktuellen Kurs von derzeit eben etwa 36 Euro. Erst bei Kursen darunter rutschen Zertifikatinhaberinnen und -inhaber in die Verlustzone.

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