Früher Zockerei und Spekulation, eine Absicherung, ein Asset für Verschwörungstheoretiker oder auch für kriminelle Machenschaften im Bereich von Geldwäsche: Kryptowährungen, allen voran der Bitcoin, waren schon immer alles andere als langweilig.

Jetzt wird daraus aber zusehends das grosse Geschäft. Auf jeden Fall schon einmal für Lionel Messi und die Sportindustrie. So wurde vor wenigen Tagen die Vereinbarung eines Werbevertrags des argentinischen Wunder-Fussball-Stars mit dem Kryptounternehmen Socios.com bekannt gegeben. Messi soll für die Nutzung seines Namens von Socios 20 Millionen Dollar im Jahr bekommen.

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Messi-Deal senkt Berührungsängste

Socios profitiert natürlich von einer wachsenden Bekanntheit seines Unternehmens und seines Fan-Token. Ein Token ist wie eine eigene Währung. Aber so ein Deal mit Messi hat wahrscheinlich auch eine viel grössere Breitenwirkung: Nicht nur Sport- und Messi-Fans verlieren dadurch noch bestehende Berührungsängste mit Kryptogeld und so dürfte die Nachfrage nach diesen künstlichen Währungs-Schöpfungen noch weiter steigen.

In der Politik und in ganzen Volkswirtschaften scheint sich Kryptogeld mehr und mehr zu etablieren. Konkret in Form einer Bezahlfunktion. So hat erst im vergangenen September El Salvador Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Nun scheint das auch in Russland zu kommen. Zumindest im Handel mit dem Ausland.

Erst vor wenigen Tagen gab nämlich der Vorsitzende des russischen Energieausschusses Pavel Zavalny bekannt, dass befreundete Staaten künftig beispielsweise ihre Gasrechnung auch mit Bitcoins anstatt mit Rubel, Euro oder Dollar zahlen können.

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ-Trader-Portfolio der HZ-Musterportfolios.

Auch wenn so ein Deal der Abrechnung seine eigenen Risiken in sich birgt, könnte das zu erhöhter Nachfrage nach Bitcoins führen.

Echte Alternative zu Dollar und Euro?

Dazu kommt: Nicht wenige Börsianer sagen den Fiat-Währungen – das sind Währungen, die nicht durch Assets wie Gold oder Silber unterlegt sind, also vor allem der Euro oder der Dollar – früher oder später den Kollaps wegen falscher Politik der Zentralbanken voraus.

Für diese Spekulanten sind Kryptowährungen eine gute Alternative zu normalem Geld, da sich deren Umlaufmenge unabhängig von Notenbanken und möglicherweise politischen Erfordernissen entwickeln kann.

Schon kurzfristig erhebliche Kursfantasie

Die geschilderten Aspekte beziehen sich aber eher auf mögliche Preissteigerungen und eine mittlere oder gar längere Sicht. Bitcoins bieten aber auch schon ganz kurzfristig schöne Fantasie. Denn die Kryptowährung läuft seit rund drei Monaten in einer Trading-Range zwischen etwa 38’000 und 48’000 Dollar und ist jetzt in den Bereich der unteren Begrenzungslinie zurückgefallen.

Von dieser unteren Begrenzung absolvierte das digitale Geld seit Februar schon dreimal einen fulminanten Rebound mit Kursgewinnen innert weniger Tage oder Wochen von 20 Prozent und mehr.

Nachdem Bitcoins im Bereich der unteren Zone der Handelsspanne notieren, spekulieren wir mit einem Indexzertifikat auf den nächsten – und zwar schnellen – Rebound. Da Bitcoins ohnehin sehr volatil sind und damit relativ hohe Kursausschläge aufweisen, verzichten wir auf einen Hebel und wählen die Partizipation im Verhältnis 1:1.

Zur Rose und Logitech aus dem Depot

Zur Finanzierung des Deals steigen wir bei Zur Rose aus. Nach einem kleinen Hüpfer kurz nach Depotaufnahme hat die Aktie der Online-Apotheke wieder in den Abwärtsmodus umgeschaltet. Der Kurs erodiert immer mehr.

Die Reissleine ziehen wir auch beim Call auf Logitech. Die Aktie des Anbieters von Computerzubehör konnte nicht wie erwartet über den Widerstand bei 70 Franken nach oben ausbrechen, sondern ist vielmehr von dieser Hürde wieder nach unten weggedreht. Mit dem Titel könnte es deshalb in den nächsten Tagen und Wochen weiter nach unten gehen.

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