Das Wachstum von Mais und Gras bricht bei Trockenheiten namentlich im Juli und August drastisch ein, wie das Kompetenzzentrums des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope am Dienstag mitteilte. Für das Vieh kann daraus ein erheblicher Futtermittelmangel entstehen.

Bei der Forschungsstelle in Posieux FR sind aktuell viele Futterflächen gelb, wie Agroscope berichtet. Die Sorghum-Flächen prangten dagegen in sattem Grün.

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Somit weise das Süssgras grosses Potenzial auf, einen aktuellen Futtermangel und getrocknet einen Mangel im Winter zu beheben. Neben der Dürreresistenz ist Sorghum den Angaben zufolge auch ertragreich.

Wie Agroscope herausfand, produzieren gewisse Hirsesorten viel Biomasse mit allerdings geringem Nährwert. Bei den Versuchen in Posieux kombinierten die Forscherinnen und Forscher deshalb fünf Sorghumsorten mit zwei Klee- und einer Grassorte.

Ziel war, den Energie- und Proteingehalt, die Nutzungsflexibilität und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Zudem ermittelte Agroscope die Qualität der Sorten als konserviertes Futter.

Jung mit Blausäure

Sorghum enthält im jungen Stadium Blausäure, welche für Wiederkäuer gefährlich sein kann. Bald sollen erste Weideversuche folgen, allerdings wegen der Blausäure nur mit Pflanzen von über 80 Zentimetern Höhe.

Ein weiterer Versuch soll die Verdaulichkeit des mehrschnittigen Sorghums und damit seinen Nährwert ermitteln. Agroscope untersuchte nicht nur mehr- sondern auch einschnittige Sorghumsorten.

Die Körner der Hirse sind für den menschlichen Verzehr geeignet. Hirsebrei war früher in Europa ein verbreitetes Gericht. In Afrika ist Hirse immer noch Bestandteil der traditionellen Küche.

Hirse ist leicht bekömmlich, glutenfrei und vitaminreich. Sie gehört zu den Spelzgetreide-Gattungen. Das Getreide der Sorghumpflanzen hat grössere Körner als jenes der Millethirsen. Zu dem Millethirsen gehört etwa die als Vogelfutter bekannte Rispenhirse.