Die Aktien des mit einer branchenweiten Nachfrageschwäche und Verlusten kämpfenden Schweizer Stahlproduzenten Schmolz+Bickenbach sind am Mittwoch auf Talfahrt gegangen. Die Titel brachen 6,8 Prozent auf 0,22 Franken ein, nachdem Grossaktionär Martin Haefner in mehreren Zeitungen vor einer Pleite des Unternehmens gewarnt hatte, sollte die geplante Kapitalaufnahme scheitern.

«Eine Ablehnung der Kapitalerhöhung an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 2. Dezember wäre gleichbedeutend mit einem Gang zum Konkursrichter am nächsten Tag», sagte Haefner etwa der «Finanz und Wirtschaft».

Schlagabtausch zweier Grossaktionäre

Schmolz+Bickenbach macht die Krise in der Automobilbranche zu schaffen und die Firma will mit der Ausgabe neuer Aktien ihr Kapital um bis zu 614,3 Millionen Franken aufpolstern. Haefner hat zugesagt mindestens 325 Millionen Franken einzuschiessen, allerdings zur Bedingung gemacht, dass seine Beteiligung im Rahmen der Transaktion auf mindestens 37,5 Prozent steigt.

Deswegen zeichnet sich ein Machtkampf um das Unternehmen ab: Geht die Transaktion nämlich wie geplant über die Bühne, würde Haefners BigPoint Holding die Liwet Holding, über die der russische Milliardär Viktor Vekselberg an Schmolz+Bickenbach beteiligt ist, als grössten Aktionär ablösen.

(reuters/mbü)