Der Handyanbieter Salt ist eine Partnerschaft mit Huawei eingegangen. Salt bezieht Teile für die Funkzugstechnik bei dem chinesischen Technologiekonzern. Bislang arbeitete das Schweizer Unternehmen für den Ausbau seines Mobilfunknetzes nur mit Nokia zusammen.

Diese «bewährte Partnerschaft» werde nun mit einem weiteren Netzwerkanbieter ergänzt, heisst es in einer Medienmitteilung.

Der Spionage verdächtigt

Huawei ist besonders in den USA umstritten. Washington verdächtigt den chinesischen Konzern, im Auftrag von Peking westliche Firmen auszuspionieren.

Huawei gilt allerdings auch als führend bei der Entwicklung der 5G-Mobilfunktechnologie – deswegen setzt auch Salt-Konkurrent Sunrise auf den Partner aus China. Swisscom arbeitet auch mit Huawei zusammen, allerdings nicht beim Ausbau von 5G.

Salt sieht keine Risiken in der Zusammenarbeit mit Huawei. «Die Lieferanten von Netzwerkkomponenten haben keinen Zugriff auf die Systeme von Salt und die sicherheitskritischen Netzwerkkomponenten», betont das Unternehmen in der Medienmitteilung.

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Umsatz und Gewinn sinken

Salt gab zugleich auch sein Jahresergebnis bekannt. Das Unternehmen hat den Verlust der Geschäftskunden Coop und UPC zu spüren bekommen. Der Umsatz sank um 2,3 Prozent auf 1,023 Milliarden Franken.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) fiel um 8,6 Prozent auf 428,4 Millionen Franken. Zu Buche schlug einerseits der Verlust von UPC und Coop, die mit ihren Handyangeboten zur Swisscom wechselten. Andererseits hat Salt seine Handyantennenmasten im vergangenen Jahr an die spanische Cellnex verkauft.

Das spülte zwar 700 Millionen Euro (knapp 800 Millionen Franken) in die Kasse, aber seither muss Salt für die Benutzung der Masten Miete zahlen, was auf den Gewinn drückt.

Ohne diese Miete wäre der Betriebsgewinn lediglich um 5,9 Prozent gesunken, erklärte Salt. Klammere man auch noch den Verlust von UPC und Coop aus, hätten Umsatz und Betriebsgewinn gar leicht zugelegt.

Weniger Anrufe, mehr Datenverkehr

Die Coronavirus-Krise hat auch Auswirkungen auf Salt: Es gebe 50 Prozent mehr Anrufe und 40 Prozent mehr Datenverkehr, hiess es. Zudem sind 80 Prozent der Läden geschlossen. Und der Reiseverkehr ist zusammengebrochen, wodurch die Gebühren für die Benutzung des Handys im Ausland (sogenanntes Roaming) wegfallen. In wie weit sich das aufs Ergebnis im laufenden Jahr auswirke, sei noch nicht abschätzbar.

(mbü, mit Material der Agentur keystone-sda)